Kambis Kohansal Vajargah

Unternehmen:
Wirtschaftskammer Österreich
Aktuelle Position:
Head of Startup-Services und Deputy Head of Founder-Services
Was ist Ihre persönliche Motivation, sich für Diversity, Equity & Inclusion einzusetzen?

Meine Motivation für Diversity, Equity & Inclusion kommt aus einer sehr persönlichen Erfahrung: Als Sohn von Migrant:innen habe ich früh gelernt, wie stark Chancen oft von Herkunft, Geschlecht oder sozialem Hintergrund abhängen. Genau deshalb ist es mir ein Anliegen, Räume zu schaffen, in denen Vielfalt nicht nur akzeptiert, sondern als Stärke gesehen wird. Ich bin überzeugt, dass Innovation dort entsteht, wo unterschiedliche Perspektiven, Erfahrungen und Talente zusammenkommen. DEI ist für mich kein „Nice-to-have“, sondern die Grundlage für nachhaltiges Unternehmertum, gesellschaftlichen Fortschritt und eine offene, resiliente Wirtschaft.

Welche konkreten Maßnahmen oder Initiativen haben Sie in Ihrem beruflichen Umfeld angestoßen oder aktiv mitgestaltet?

In meiner Rolle als Head of Startup-Services in der Wirtschaftskammer Österreich habe ich Programme initiiert, die Gründer:innen unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder Alter unterstützen – darunter Förderungen, Bildungsformate und die FlexKapG-Reform, die Unternehmensgründungen erleichtert.

Darüber hinaus habe ich gemeinsam mit meiner Frau ein Kinderbuch (Sammy und das Geheimnis der Goldmünzen) veröffentlicht, das spielerisch finanzielle Bildung und Unternehmertum für Kinder ab 5 Jahren vermittelt – mit Fokus auf gleiche Chancen von Anfang an.

Zudem engagiere ich mich als Mentor und Juror bei internationalen Programmen wie EIT Health Top Female Founders oder dem BeFounder Programm, wo gezielt Gründerinnen, Studierende und unterrepräsentierte Gruppen gestärkt werden. Diese Initiativen sind skalierbar, da sie Vorbilder schaffen, Bewusstsein stärken und aufzeigen, wie strukturelle Hürden überwunden werden können.

Welcher Personenkreis profitiert konkret von Ihrem Engagement (intern / extern)?

Mein Engagement richtet sich sowohl nach innen als auch nach außen:

  • Intern: Gründer:innen, Studierende und Mitarbeitende in Programmen, die durch gezielte Förderungen und Bildungsmaßnahmen bessere Startchancen erhalten.
  • Extern: Communities von jungen Menschen (z. B. Schüler:innen, Studierende, Kinder über unser Kinderbuch), Gründerinnen, Migrant:innen sowie internationale Netzwerkpartner:innen.

Darüber hinaus profitieren auch Corporates und Investor:innen, die durch meine Arbeit in diversere Startup-Ökosysteme eingebunden werden und damit Zugang zu neuen Ideen, Märkten und Talenten erhalten.

Gab es durch Ihr Engagement nachweisbare Veränderungen in Ihrer Organisation oder Ihrem Netzwerk?

Ja – durch mein Engagement konnten wir messbare Veränderungen erzielen:

In der Wirtschaftskammer Österreich verzeichnen wir jährlich über 1.000 Startup-Beratungen, wobei inzwischen rund die Hälfte der Neugründer:innen Frauen sind. Diese Entwicklung wurde durch gezielte Programme, Mentoring und Öffentlichkeitsarbeit unterstützt.

Mit unserem Kinderbuch „Sammy und das Geheimnis der Goldmünzen“ haben wir ein neues Format für frühkindliche Finanz- und Entrepreneurship-Bildung geschaffen. Eltern und Lehrkräfte berichten, dass Kinder durch das Buch stärker für Chancengleichheit und Eigeninitiative sensibilisiert werden.

In Mentoring-Programmen wie Wirtschaftsagentur Wien, aws First und EIT Health Top Female Founders Summer School konnte ich Gründerinnen direkt dabei unterstützen, ihre Projekte zu professionalisieren und Investorenkontakte zu erhalten. Feedback zeigt, dass diese Maßnahmen Gründerinnen ermutigen, größer zu denken und aktiv Kapital zu suchen.

Kulturwandel zeigt sich auch daran, dass DEI-Themen in unseren Programmen inzwischen selbstverständlicher Bestandteil sind – vom Storytelling bis zur Policy.

Unternehmen:
Wirtschaftskammer Österreich

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