Bianka Grau
Im Arbeitsalltag habe ich erlebt, dass es notwendig ist, Haltung zu zeigen, Haltung zu leben. Ich habe Äußerungen gehört, als in direkter Nachbarschaft unseres Krankenhauses eine Migrationsunterkunft errichtet wurde, mir wurde erzählt, wie mit Kolleg:innen gesprochen wird, die aus anderen Ländern zu uns gekommen sind, ich habe erfahren, dass eine Mitarbeitende im Dienst Flugblätter mit rechtsextremen Symbolen verteilte. Ich war erschrocken und wusste damals sofort, dass ich nicht nur gefragt bin zu handeln, sondern, dass ich in meiner Funktion klar sprechen und handeln kann.
In unserem Haus habe ich die Vorfälle beim CEO platziert, um Unterstützung gebeten, dies zu thematisieren, uns zu positionieren, dass wir dafür nicht stehen und wofür wir stehen. Ich habe keine Unterstützung erfahren, bin daher allein weiter, hab Gespräche geführt, immer wieder nach Worten gesucht. Dann habe ich meine Führungskräfte eingebunden und auch dort stieß ich nicht auf Resonanz. Ich habe mich mit der Charta für Vielfalt beschäftigt, hab relevante Veranstaltungen besucht und bin hochsensibel durchs Haus gegangen, um agieren zu können, wenn jemand z. B. diskriminiert wird.
LGBTQIA+ und ethnische Zugehörigkeit und Alter.
Hinsichtlich des Alters machen wir konkrete Angebote, hinsichtlich der Arbeitsplatzgestaltung oder der Dienste z. B. dass kein Nachtdienst mehr gemacht werden muss, Teilzeit auch ohne Fristen, befristet oder unbefristet. Einige Kolleg:innen arbeiten als Rentner:innen weiter, sie werden in Tätigkeiten eingesetzt, die ohne Zeitdruck geleistet werden können, sie werden immer zusätzlich eingesetzt.
Wir geben unseren Mitarbeitenden Raum und Zeit für ihre Kultur, für traditionelle Kleidung, für Rituale, für Feiertage, für Nahrungsgewohnheiten und zelebrieren einiges zusammen.
Gerade war ich zur Rekrutierung neuer Kolleg:innen in Indien und es wurde konkret nachgefragt, ob man wirklich frei in Deutschland leben kann, ob es hinterfragt wird, mit wem man lebt, wen man liebt.
Da wir keinen Fahnenmast haben, schmückt seit Jahren die Inter* Inklusive Pride Flagge mein Bürofenster und auch die LEGO Figuren Jeder ist besonders scmücken mein Büro. Ich trage an meinen Rucksäcken unseren Unternehmenssticker mit unserer eigenen Pride Flag, die aus allen Flags Designs wurde. Das Design ist auch Basis für unsere Roll outs, Banner, Beachflags, Fähnchen usw, Werbemittel, mit denen wir ebenfalls nach innen und außen Haltung beziehen, z. B. auf Ausbildungsmessen, Fortbildungen.
Besonders in Vorstellungsgesprächen zur Ausbildung wird sich anhand unseres Instagram-Auftritts vergewissert, dass die Bewerber:innen mit jeder sexuellen Orientierung einen Platz bei uns finden können, wir haben inzwischen einige diverse Kolleg:innen, haben Unisex WCs und Umkleiden, sprechen mit Vor- und Nachnamen an, so dass Frau/Mann im Bedarfsfall entfallen.
- Charta der Vielfalt 2020
- DDT seit 2021 mit sichtbaren, veröffentlichten Maßnahmen
- Meine Führungskräfte haben sich inzwischen ebenfalls mit den Dimensionen der Vielfalt auseinandergesetzt und beziehen Position in den Teams, tragen es so weiter
- Patient:innen gegenüber positionieren wir uns ebenfalls klar, auch hier kam es schon zu Diskriminierung, es erfolgten adäquate Gespräche und auch eine Verlegung in ein anderes Krankenhaus, als die Betreuung unmöglich wurde.
- Statement für Diversität der Johannesstift Diakonie, von uns Mitarbeitenden entwickelt über zwei Jahre bei mehreren Kulturtagen und weiteren Veranstaltungen, meinerseits aktive Beteiligung bei all diesen Terminen
