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Diversitec Peer-to-Peer Masterclass @ weconomy Summit 2025

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In 40 intensiven Minuten wurden konkrete Best Practices, Methoden und Lernkurven geteilt – praxisnah, dialogorientiert und mit klarer Botschaft: Diversität muss bewusst gemanagt werden, damit sie Innovationskraft entfalten kann.

Hermann Sporrer (sheconomy/weconomy) eröffnete die Masterclass mit einer klaren Einordnung. Diversitec verstehe sich als Plattform, „die Peer-to-Peer-Learning im Innovationsbereich ermöglicht“. Es gehe darum, bestehendes Wissen sichtbar zu machen und Unternehmen miteinander ins Gespräch zu bringen, die ähnlichen Fragen gegenüberstehen: Wie stärkt Vielfalt die Wettbewerbsfähigkeit? Wie schafft man Strukturen, die Innovation ermöglichen? Und wie gelingt es, Diversität nicht als Wohlfühlthema zu behandeln, sondern als ökonomischen Faktor ernst zu nehmen?

TÜV AUSTRIA: Innovation braucht Vielfalt – und ein System

Wie konsequent das funktionieren kann, zeigte Christoph Schwald, Executive Vice President Research, Development & Innovation bei TÜV AUSTRIA. Der technische Dienstleister stand vor zehn Jahren ohne formalisierte F&E-Strukturen da; heute zählt er 4.000 Mitarbeitende, arbeitet in 32 Ländern und hat sich innerhalb einer Dekade vervierfacht.

„Innovation ist ohne Vielfalt nicht möglich“, sagte Schwald gleich zu Beginn – und machte deutlich, dass das im Unternehmen kein Schlagwort ist, sondern gelebte Praxis. Früh wurde eine interne Ideenplattform eingeführt, die bereits im ersten Durchgang fast 400 Vorschläge lieferte. Heute kommen jährlich rund 200 bis 300 Ideen aus der Belegschaft, etwa jede zehnte wird umgesetzt. Absagen werden begründet und wertschätzend kommuniziert. „Unsere Mitarbeitenden sind unser wertvollstes Gut, auch wenn eine Idee nicht weiterverfolgt wird“, betonte Schwald.

Getragen wird die Innovationsarbeit von einem klaren strategischen Raster, der „Innovationsphasen-Landkarte“, die dem Unternehmen dabei hilft, sich selbst realistisch einzuschätzen: Wie hoch ist der Innovationsbedarf, wie stark die Innovationsfähigkeit? „Man muss wissen, wo man steht, um den nächsten sinnvollen Schritt zu setzen“, so Schwald.

Sein Bereich ist heute multinational und interdisziplinär aufgestellt, mit zwölf Nationalitäten und einem Frauenanteil von rund einem Drittel im F&E-Bereich. In der Gesamtorganisation liegt der Anteil von Frauen in Führungspositionen aktuell bei elf Prozent, bis 2030 sollen es 25 Prozent sein. Vielfalt bedeute aber mehr als Geschlecht, betonte Schwald: „Wir achten bewusst auch auf unterschiedliche Persönlichkeitstypen – das macht Teams innovativer als jede reine Fachlichkeit.“

PwC: Diversität wirkt – wenn sie gemanagt wird

Wie sich diverse Teams in der Praxis steuern lassen, führte Bernadette Fellner, Head of Innovation & Customer Experience bei PwC Österreich, anhand von Hackathons aus. Dieses ursprünglich als intensiver Kreativ- und Programmierwettbewerb bekannte Format wird bei PwC breiter gedacht und bezeichnet interdisziplinäre Arbeitsgruppen, die für die Arbeit an Innovationsprozessen gebildet werden.

„Wir bringen Menschen zusammen, die normalerweise nicht miteinander arbeiten – Tech Expert:innen, Kund:innen, Branchenfachexpert:innen und manchmal sogar Menschen, die völlig fachfremd sind.“ Diese Mischung sei kein Selbstzweck, sondern ein bewusst gewählter Weg, andere Problemlösungsräume zu öffnen.

Interessant war, wie stark sich die Ergebnisse änderten, sobald Diversität breiter verstanden wurde: weg vom Fokus auf Gender, hin zu Unterschieden in Herkunft, Erfahrung, Fachrichtung und Mindset. Im ersten Jahr hätten die Teams Lösungen entwickelt, die sich „optisch unterschieden, aber inhaltlich erstaunlich ähnlich waren“. Erst als die Teamzusammensetzung methodisch diverser wurde, entstanden radikal unterschiedliche und innovativere Ansätze.

Weil Vielfalt auch Konflikte erzeugt, braucht es Moderation und Begleitung. Ergänzend nutzt PwC Methoden aus Design Thinking und Improvisation, um Perspektiven zu öffnen und Reibung produktiv zu machen. Es wurde klar: „Diversität ist nicht immer einfach. Aber sie zahlt sich aus.“

Eine Diskussion mit klarer Botschaft

In der offenen Diskussion wurde der Kern des Themas nochmals zugespitzt. Eine Wortmeldung aus dem Publikum formulierte es so: „Diversität erhöht die Wahrscheinlichkeit von bestmöglichen Lösungen – nicht weil sie bequem ist, sondern weil sie herausfordert.“

Aus dem Publikum kam die Frage nach dem richtigen Maß an Reibung. Fellner empfahl die Mischung aus jungen und erfahrenen Teammitgliedern, klar definierten Rollen und regelmäßigen Feedback-Schleifen durch externe Stakeholder. Schwald ergänzte, dass bewusstes Recruiting – weg vom „Copy-Paste-Profil“, hin zu komplementären Fähigkeiten – entscheidend sei, um Innovation langfristig zu sichern.

Der Peer-to-Peer-Austausch machte deutlich, wie groß der Unterschied zwischen „Diversität haben“ und „Diversität nutzen“ ist. Vielfalt wird dann zum Wettbewerbsvorteil, wenn Organisationen sie strategisch verankern, in Strukturen übersetzen und methodisch begleiten.

Es war ein Format, das nicht nur Beispiele lieferte, sondern ein Verständnis dafür, was echte Innovationsarbeit heute braucht: Mut, Offenheit – und den Willen, Vielfalt nicht nur zu feiern, sondern zu gestalten.

Human First: Wie der weconomy Summit Vielfalt zum härtesten Wettbewerbsfaktor macht

Der Neurodiversitäts-Vorteil: Warum Unternehmen gewinnen, wenn sie Unterschiede nutzen

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Beim Workshop mit Zoe Seitz, Andreas Maierhofer und Antonia Cichocki von myAbility stand die Frage im Mittelpunkt, wie neurotypische und neurodivergente Perspektiven in Unternehmen zusammenwirken – und welches Potenzial sich daraus für moderne Führung ergibt. Gleich zu Beginn machten die drei Expert:innen deutlich, dass Neurodivergenz weit über Diagnosen hinausgeht: Viele Unterschiede in Wahrnehmung, Kommunikation und Arbeitsstil sind unsichtbar, prägen aber entscheidend die Zusammenarbeit in Teams.

Durch interaktive Übungen wurde erfahrbar, wie vielfältig Denkweisen tatsächlich sind und wie schwierig es für viele ist, sich klar in Kategorien wie „analytisch“, „spontan“ oder „beziehungsorientiert“ einzuordnen. Genau diese Spannbreite bildet den Kern von Neurodiversität. Die Referent:innen zeigten auf, warum Unternehmen davon profitieren, wenn sie diese Unterschiede nicht glätten, sondern bewusst nutzen: von klarerer Kommunikation über mehr psychologische Sicherheit bis hin zu höherer Innovationskraft.

Im zweiten Teil übertrugen Seitz, Maierhofer und Cichocki diese Erkenntnisse auf Inclusive Leadership. Sie erläuterten, was Führungskräfte benötigen, um neurodivergente Stärken zu erkennen und wirksam zu fördern – insbesondere klare Strukturen, transparente Erwartungen und unterstützende Arbeitsumfelder. Dabei wurde deutlich: Neuroinklusion ist kein Randthema, sondern ein zentrales Leadership-Instrument, um Potenziale sichtbar zu machen und Teams resilienter und kreativer zu gestalten.

Human First: Wie der weconomy Summit Vielfalt zum härtesten Wettbewerbsfaktor macht

Sehnsucht Rente? Generationen im Dialog

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Im Rahmen des Weconomy Summits 2025 lud PwC zum Workshop „Sehnsucht Rente: Generationendialog“ – ein Format, das Verständnis, Vielfalt und Zukunftskompetenzen in den Mittelpunkt stellte. Katharina Scherzer und Sophie Landsteiner von PwC beleuchteten die wachsende Herausforderung, heute bis zu fünf Generationen in Unternehmen zu vereinen. Im Spannungsfeld zwischen Resignation und Aufbruchstimmung zeigten sie auf, wie prägende Lebensereignisse, Werteverschiebungen und Erwartungen an Arbeitswelt und Führung die Generationen von den Babyboomern bis zur Gen Z formen – und wie Unternehmen sich besser auf diese Vielfalt vorbereiten können. Dabei wurde deutlich: Generationen sind keine starren Kategorien, sondern dynamische Erfahrungsräume. Klischees helfen selten weiter, echter Dialog dagegen immer.

Die Workshop-Befragung bestätigte aktuelle Studien: Immer mehr Menschen können sich vorstellen, bis 70 oder länger beruflich aktiv zu bleiben, statt früh in Pension zu gehen. Gleichzeitig fühlen sich nur knapp die Hälfte der Beschäftigten in ihrer Kompetenzentwicklung ausreichend unterstützt, und lediglich 22 % glauben, dass ihre heutigen Fähigkeiten in drei Jahren noch vollständig relevant sein werden. Der Befund ist eindeutig: Lebenslanges Lernen ist kein Zukunftsthema, sondern eine Aufgabe der Gegenwart.

Neue Formen der Zusammenarbeit

Im gemeinsamen Austausch zeigte sich, wie Zusammenarbeit über Generationen hinweg besser gelingt: durch offene Kommunikation, eine Kultur, die Fehler erlaubt, persönliche Wertschätzung und Ziele, die sich an den individuellen Lernphasen orientieren. Besonders anschaulich war der kreative Abschluss, bei dem jede Generation ihre „Superkräfte“ vorstellte – von der Erfahrung der Älteren bis zum digitalen Spürsinn der Jüngeren.

Generationenvielfalt erweist sich nicht als Aufgabe, die nur überwunden werden muss, sondern als echte Chance. Wenn Menschen einander zuhören, voneinander lernen und ihre Stärken verbinden, entsteht ein Arbeitsumfeld, das inspiriert, stärkt und neue Formen der Zusammenarbeit möglich macht.

Wie fair ist KI wirklich?

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 KI ist längst Teil unseres Alltags – von Medizin über Recruiting bis Kommunikation – und eröffnet enorme Potenziale, birgt aber ebenso klare Risiken für Gleichstellung und Menschenrechte. Beim weconomy Summit zeigten Lynn Neubert (UN Global Compact) und Carina Zehetmaier (Women in AI Austria), warum Künstliche Intelligenz und Diversität untrennbar zusammengehören.

KI ist keineswegs neutral

Systeme übernehmen Verzerrungen aus Daten, verstärken bestehende Stereotype oder benachteiligen Menschen aufgrund von Herkunft, Geschlecht oder Alter. die Beispiele reichten von diskriminierenden Bildgeneratoren über voreingenommene Bewerbungsfilter bis zu fehlerhaften Erkennungsmechanismen bei dunkleren Hauttönen oder Behinderung. Gleichzeitig zeigen Pilotprojekte, wie anonymisierte CVs Recruitment fairer machen können.

Große Tech-Konzerne haben einen enormen Einfluss auf unsere Gesellschaft. Wenn Trainingsdaten globale Realitäten verzerren, beeinflusst das auch Arbeitswelt, Märkte und Wahrnehmung. Faire KI braucht klare Ethikrichtlinien, diverse Entwicklungsteams, Bias-Checks, transparente Entscheidungswege und menschliche Kontrolle, so die Vortragenden. Mitarbeitende müssen befähigt werden, KI kompetent und kritisch einzusetzen, weil genau die Unternehmen die Verantwortung tragen.

Innovation durch KI funktioniert nur, wenn sie inklusiv, fair und menschzentriert ist – das haben die Teilnehmer*innen im Workshop erlebt und sollen Bewusstsein dafür mit in ihre Unternehmen nehmen.

Alles über den weconomy Summit

Human First: Wie der weconomy Summit Vielfalt zum härtesten Wettbewerbsfaktor macht

Vielfalt ist kein Nice-to-have, sondern die Bedingung für zukunftsfähige Organisationen – mit diesem klaren Befund ging der vierte weconomy Summit co hosted by PwC zu Ende. Über den Abend hinweg zeigte sich: Wo Unternehmen Diversität strategisch nutzen, entstehen bessere Entscheidungen, schnellere Umsetzung und messbarer Business Impact. “Human First” war Leitmotiv und Prüfstein zugleich: für Führung, Innovation und Kultur im kommenden Jahr.

Der Summit verband Masterclasses, Keynote, die Auszeichnung der Diversity Leaders 2025 und intensives Networking. Mehr noch: weconomy präsentierte sich einmal mehr als Bewegung, die Wissen teilt und aus Best Practices konsequent Next Practices macht.

Schon in der Begrüßung machten Nicole Prieller und Barbara Redlein von PwC,  die Moderatorin des Abends Michaela Ernst sowie Hermann Sporrer, weconomy, deutlich, worum es an diesem Abend gehen sollte: um Menschen – nicht um Kennzahlen.

Der Summit bot inmitten der dichten Vorweihnachtszeit bewusst einen “Kraftplatz”: einen Ort für Austausch, kritische Fragen und kollektives Lernen. Barbara Redlein brachte das in ihrer Begrüßung auf den Punkt: “Dieses Event ist für mich ein Kraftplatz – und das soll es heute auch für euch werden.” Und Nicole Prieller unterstrich, was Zusammenarbeit in einer komplexen Welt leisten kann: “1+1 ergibt 3. Gemeinsam geht es schneller, besser, weiter.”

Damit war der Rahmen gesetzt: Vielfalt nicht nur zu diskutieren, sondern als konkrete Praxis und als harte Business-Logik sichtbar zu machen.

Diversity Leaders 2025: Sechs Kategorien, sechs starke Signale

Im Zentrum des Abends standen die Diversity Leaders 2025 – Organisationen und Persönlichkeiten, die Diversität strategisch, mutig und wirksam vorantreiben. Ausgezeichnet wurde in sechs Kategorien.

Kategorie Erfolgreiche Einzelmaßnahme

Gewinner: Deutsche Bahn AG mit „AgeDiversity@Work”

Presented by Begonia V. Merayo von Why Consult., ging der Award an die Deutsche Bahn für ihre wegweisende Initiative zur Ansprache der oft vergessenen Zielgruppe 50+. „Die Deutsche Bahn verbindet Haltung mit konsequentem Handeln – das schafft Vertrauen und langfristige Wirkung”, so die Jury.

Die Initiative zeigt exemplarisch, wie kleine Änderungen große Wirkung entfalten: Statt „Wir suchen Verstärkung für unser junges, dynamisches Team” heißt es nun: „Wir suchen Verstärkung aus allen Altersgruppen für unser Team”. Menschen im Alter von 50+ werden direkt angesprochen. Die erste speziell entwickelte Recruitingstrategie für diese Zielgruppe verändert nicht nur Worte, sondern auch Bilder und Wahrnehmungen.

Nominiert waren außerdem: ETC – Enterprise Training Center GmbH mit „INCLUSIVE-IT” und Takeda mit ihrer strategischen Inklusion einer gehörlosen Kollegin im Verpackungsteam.

Kategorie Mut und Impact

Gewinnerin: Charité – Universitätsmedizin Berlin, Klinik für Gynäkologie mit „EMPDIV”

Manisha Joshi von Ketchum überreichte den Award für ein Projekt, das Vielfalt zum Qualitätskriterium in der Gesundheitsversorgung macht. „Gesundheit betrifft uns alle. Die Charité zeigt, wie Vielfalt zum Qualitätskriterium wird”, würdigte die Jury.

EMPDIV (Empowerment für Diversität – Allianz für Chancengerechtigkeit in der Gesundheitsversorgung) ist ein bundesweites Entwicklungsprogramm, das gemeinsam mit Kliniken und Bildungsinstitutionen diskriminierende Strukturen abbaut, Diversitätskompetenzen in Lehre und Praxis verankert und intersektionale Ansätze fördert. Das Ziel: eine inklusive und intersektional gedachte Versorgung, in der Vielfalt als Stärke gilt und Diskriminierung keinen Platz hat.

Ebenfalls nominiert: EBCONT Group GmbH mit „EBCONT Allyship als Haltung” und VEREINITY e.V. mit „VEREINT in VIELFALT”.

Kategorie Gender Equality

Gewinner: Verband Österreichischer Software Innovationen (VÖSI) mit „SHE goes DIGITAL”

Michaela Ernst von sheconomy überreichte die Auszeichnung für eine Initiative, die den digitalen Gender Gap minimiert. „Diversität trifft hier auf Technologiekompetenz – und erzeugt nachhaltige Chancen”, begründete die Jury ihre Wahl.

SHE goes DIGITAL reagiert auf die gesellschaftliche Schieflage, dass in MINT-Berufen und -Ausbildungen vor allem Männer einen vielfach vereinfachten Zutritt haben. Die Initiative fördert digitale Kompetenzen, Selbstwertgefühl und berufliche Perspektiven von Frauen und Mädchen und trägt damit zur ökonomischen Unabhängigkeit und gesellschaftlichen Teilhabe bei.

Die weiteren Nominierten: Energie AG Oberösterreich mit „GreenTechGirls” und Tietoevry Austria GmbH mit ihrem Fokus auf die weibliche Führungsgeneration.

Kategorie Ganzheitliche Strategie

Gewinner: UNIQA Insurance Group AG mit „Business Case für JEDI”

Nicole Prieller von PwC präsentierte den Award für eine Strategie, die Inklusion als messbaren Erfolgsfaktor etabliert. „UNIQA zeigt: Inklusion ist ein Erfolgs- und Steuerungsfaktor”, lobte die Jury. Der datenbasierte Beweis der Wirkung von DEI (Diversity, Equity and Inclusion) bei UNIQA überzeugt durch Fakten: Höheres Engagement, längere Betriebszugehörigkeit, niedrigere Fluktuation und weniger Abwesenheitstage korrelieren direkt mit erlebter Inklusion. Die Formel ist einfach: Mehr Inklusion gleich mehr Produktivität plus niedrigere Kosten. Die transparente Darstellung in Form von Dashboards ist für alle Manager verfügbar und macht JEDI (Justice, Equity, Diversity and Inclusion) steuerbar.

Nominiert waren zudem: McDonald’s Österreich mit „Diversity Management bei McDonald’s – Mäcci’t happen” und VERBUND mit ihren Employee Resource Groups.

 

Kategorie Persönlichkeiten – Externe Wirkung

Gewinner: Aaron Wahl, CEO Communication Bridge UG

Ali Mahlodji von futureOne inszenierte die Laudatio spektakulär: Mit einem Superman-Moment riss er sein Hemd auf und präsentierte darunter ein T-Shirt mit Aaron Wahls Konterfei. „Und bei Superman oder Supergirl war das halt immer so, die konnten ihre Superpower zeigen, sie mussten sich verstecken hinter ihren ganz normalen Outfits wie normale Menschen. Aber wenn man sie gebraucht hat, sind sie dann ihr Shirt aufgerissen und bei den Shirts hast du dann gesehen, oh, das ist Supergirl oder Superman. Und ich glaube, dass wir in der heutigen Welt einfach neue Superheroes brauchen.”

Aaron Wahl steht für eine neue Generation von Changemakern, die Neurodiversität mutig, offen und inspirierend sichtbar machen. Vom „arbeitsunfähig”-Stempel zum erfolgreichen Unternehmer und Speaker – eine Geschichte, die Türen öffnet. In seiner Video-Botschaft dankte Wahl: „Dieser Award gehört Menschen, die Türen öffnen – und denen, die auf ihre Chance warten.”

Die Mitbewerber: Jennifer Alves von NTT Data Deutschland SE & She’s Club und Ingrid Heschl von Microsoft.

Kategorie Persönlichkeiten – Interne Wirkung

Gewinnerin: Nicole Steger, Equality, Diversity & Inclusion Leader bei IKEA Austria

Michelle Euzet von Euzet Consulting übergab die Auszeichnung mit den Worten der Jury: „Sie schafft Räume, in denen Menschen sichtbar werden – und Unternehmen wachsen.”

Nominiert waren außerdem: Gerhard Wagner von den Wiener Stadtwerken GmbH und Eveline Breitwieser-Wunderl von der Porsche Holding GmbH.

DIE IMPRESSIONEN DES ABENDS

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Keynote: Der emotionale Höhepunkt

Magdalena Rogl, Diversity & Inclusion Lead bei Microsoft Germany, lieferte den emotionalen Höhepunkt des Abends – einen eindringlichen Appell, Diversität nicht nur zu feiern, sondern zu leben. Ihre Botschaft war klar: Vielfalt ist anstrengend, und gerade deshalb entscheidend. Echte Inklusion verlangt Haltung, besonders bei Gegenwind. „Diversity war mal das Buzzword der Zukunft – jetzt ist sie das Reizwort der Gegenwart”, konstatierte Rogl und forderte: „Brücken bauen statt Mauern – erst dann entsteht Innovation.” Sie plädierte für messbare Inklusion: „Wir messen alles, was uns wichtig ist. Warum nicht auch Inklusion?” Und ermutigte zum Durchhalten: „Der Gegenwind ist unser Aufschwung.”
Ihr vielleicht wichtigster Satz: „Wir brauchen mehr Human Relations statt Human Resources.”

Workshops: Von Neurodiversität bis Innovation

Zoe Seitz, Antonia Cichocki und Andreas Maierhofer von myAbility zeigten in ihrem Workshop zum Thema “Neurodiversitäts-Vorteil” praxisnah, wie Neuroinklusion Innovation, Qualität und psychologische Sicherheit steigert. Die Zahlen sprechen für sich: 15 bis 20 Prozent der Menschen sind neurodivergent – oft ohne Diagnose oder Sichtbarkeit. Wer diese Potenziale erkennt und nutzt, gewinnt.

Unter der Moderation von Hermann Sporrer präsentierte Diversitec – eine Initiative des Bundesministeriums für Infrastruktur, Mobilität und Innovation – Vielfalt explizit als Treiber für Innovationsstandort und Wettbewerbsfähigkeit.

Beim Workshop „Sehnsucht Rente“ standen Verständnis, Vielfalt und Zukunftskompetenzen im Mittelpunkt. Die Expertinnen Sophie Landsteiner und Katharina Scherzer gaben einen kompakten Einblick in die prägenden Faktoren von Babyboomern bis Gen Z – von formenden Lebensereignissen über Wertewandel bis zu Erwartungen an Arbeitswelt und Führung. Früh zeigte sich: Generationen sind weniger starre Kategorien als dynamische Erfahrungsräume. Klischees helfen selten weiter, echter Dialog dagegen immer.

Lynn Neubert (UN Global Compact) und Verena Zeetmeier sowie Carina Zechner (Women in AI Austria) zeigten, warum Künstliche Intelligenz und Diversität untrennbar zusammengehören. KI ist längst Teil unseres Alltags – von Medizin über Recruiting bis Kommunikation – und eröffnet enorme Potenziale, birgt aber ebenso klare Risiken für Gleichstellung und Menschenrechte.

Und natürlich bot der Abend reichlich Raum für Austausch – beim Netzwerken wurde diskutiert, gelacht und verbunden, was künftig gemeinsam Wirkung entfalten wird.

(c) alle Fotos: Philipp Lipiarski

Generationen verbinden, Zukunft gestalten

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Am 17. September 2025 stand bei der virtuellen weconomy Lead&Learn-Session eine der drängendsten Fragen moderner Arbeitswelten im Fokus: Wie gelingt ein produktives Miteinander der Generationen im Unternehmen? Rund 60 Teilnehmer*innen aus HR, Führungsetagen und Personalentwicklung diskutierten mit renommierten Speaker*innen, wie Organisationen den Generationendialog aktiv gestalten und Altersdiversität strategisch nutzen können.

Generation ist mehr als Alter: Identität, Lebensphasen, Haltung

Irène Kilubi, Initiatorin von Joint Generations, machte in ihrem Impuls deutlich: “Identität ist kein Geburtsdatum. Alter ist nur eine Zahl. Was wirklich zählt, sind Passion, Potenzial und Persönlichkeit.” Ihre Botschaft: Altersdiversität ist kein Hindernis, sondern ein unterschätzter Schatz. Wer Generationen als Gegensatz begreift, versperrt sich gegenseitigem Lernen und wertvoller Empathie.

Sophie Kaitlin Drescher, Gen Z-Vertreterin und Social Entrepreneur, forderte mehr Offenheit gegenüber jungen Talenten: “Wir sind nicht faul, wir sind anders. Unsere Generation bringt Kreativität, Tempo und Tech-Kompetenz mit – aber wir brauchen Raum, um eigene Wege zu gehen.” Sie plädierte für mehr Feedback, moderne Kommunikationskanäle und echte Teilhabe.

Barbara Covarrubias Venegas, Co-Founder & Senior DEIB Strategist, Academy for Diversity und Innovation, verwies auf die wissenschaftliche Forschung: Lebensphasen prägen Menschen weit stärker als Geburtsjahrgänge. “Eine 30-jährige Frau mit Kleinkind hat andere Bedürfnisse als eine gleichaltrige Berufseinsteigerin. Altersgruppen sind keine homogenen Blöcke.” Ihr Motto: The Future of Work is Choice.

Kommunikation, Kultur und Struktur: Hebel für den Generationendialog

Alle Speaker*innen betonten die zentrale Rolle der Kommunikation. Barbara Covarrubias Venegas empfahl sogenannte Personal User Manuals und Team Agreements – einfache Tools, mit denen Teammitglieder ihre Arbeits- und Kommunikationsstile offenlegen. “Das schafft Transparenz, reduziert Missverständnisse und fördert Inklusion.”

Irène Kilubi stellte den Joint Generations Impact Score vor, ein datenbasiertes Messinstrument für Altersdiversität in Organisationen: “Wir messen nicht das Durchschnittalter, sondern wie altersvielfältig eine Organisation wirklich lebt – entlang von Dimensionen wie Wissenstransfer, Lernagilität, Wellbeing oder digitale Kompetenzen.” Der Impact: “Return on Culture ist gleich Return on Investment.”

Sophie Kaitlin Drescher schilderte Herausforderungen junger Arbeitnehmer*innen: “Viele in der Gen Z fühlen sich missverstanden. Wir wünschen uns Offenheit statt Vorurteile. Gebt uns die Chance, mitzugestalten.” Sie plädierte für Feedback-Formate, flache Hierarchien und moderne Meetingkulturen.

Best Practices: Reverse Mentoring & Age Diversity

Die Energie AG stellte unter der Leitung von Sandra Brandstetter, Managing Director Personalmanagement, zwei zentrale Initiativen vor:

  • Reverse Mentoring: Jüngere Mitarbeitende unterstützen erfahrene Führungskräfte bei Digitalisierungsthemen, während sie von deren Erfahrung profitieren. Wichtig: Die Tandems werden gezielt gematcht und über zehn Monate begleitet.
  • Strategische Nachfolgeplanung: Mit gezieltem Recruiting und Lehrlingsausbildung begegnet die Energie AG dem demografischen Wandel. Ziel ist eine generationenübergreifende Unternehmenskultur mit langfristiger Bindung.

Die Deutsche Bahn setzt auf strukturierte Age Diversity-Strategien, wie Jana Petersen, Referentin Diversity Recruiting, und Franziska Mank, Leiterin externes Recruiting & Diversity Recruiting, berichteten:

  • Zielgruppenspezifisches Recruiting für Menschen 50+ und Frührentner*innen – inklusive Landingpages, Info-Tagen und spezieller Ansprache
  • Mindset-Sessions zur Vermeidung von Altersdiskriminierung im Recruiting
  • Datengestützte Auswertung über einen vierteljährlichen Diversity Recruiting Report

Das Ziel: Altersvielfalt sichtbar machen, Vorurteile abbauen und eine Belegschaft aufbauen, die Erfahrung, Neugier und Zukunftsfähigkeit vereint.

Generationenvielfalt als Zukunftsstrategie

Die Session zeigte: Altersdiversität ist kein HR-Nischenthema, sondern ein strategischer Erfolgsfaktor. Organisationen, die den Generationendialog fördern, sichern sich nicht nur Fachkräfte, sondern auch Innovationskraft, Resilienz und kulturelle Reife. Der Appell: “Nicht über Generationen reden, sondern miteinander.”

Die Weconomy Academy

2025 hat die weconomy Academy gestartet und hebt lead&learn auf das nächste Level. Ein zentrales neues Format sind die virtuellen Masterclasses, die quartalsweise stattfinden. Sie bieten Raum für den Austausch zu aktuellen DEI-Themen, spannenden Impulsen und erfolgreichen Best Practice Beispielen. Begleitet werden die Masterclasses von renommierten Expert*innen aus der weconomy Jury, die ihre Expertise und Erfahrung einbringen.

Herkunft als Stärke: Warum Herkunft zur Führungsressource wird

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Die Weltwirtschaft erlebt einen Diversity-Backlash. Während viele Unternehmen in den vergangenen Jahren auf Vielfalt gesetzt haben, kippt in manchen Organisationen die Stimmung. „Diversity? Das war gestern“, heißt es – oft nicht einmal mehr hinter vorgehaltener Hand. Dabei zeigen aktuelle Krisen und der sich verschärfende Fachkräftemangel: Unternehmen können es sich nicht leisten, auf Vielfalt zu verzichten – insbesondere auf die Potenziale migrantischer Lebensgeschichten.

Denn Herkunft prägt nicht nur den Menschen, sondern auch seine Führungsqualitäten. Doch das bleibt in vielen Organisationen unsichtbar. Grund genug für die weconomy Academy, bei der virtuellen lead&learn-Session am 11. Juni 2025 genau das in den Fokus zu stellen: Wie Herkunft zur Ressource wird – für Leadership, Teams und Unternehmenserfolg.

„Unsere Herkunft ist mehr als nur eine Geschichte im Lebenslauf. Sie prägt, wie wir denken, wie wir führen und wie wir mit Herausforderungen umgehen“, sagte Organisatiorin und Moderatorin Eszter zu Beginn. Rund 60 Teilnehmende aus HR, Führungsetagen und Diversity-Teams folgten der Einladung, Herkunft neu zu denken.

Herkunft als Kraftquelle: „Man kann sich selbst neu erfinden“

Ali Mahlodji, Unternehmer, EU-Jugendbotschafter und selbst Kind einer geflüchteten Familie, eröffnete die Session mit einem klaren Appell: „Ich wurde jahrelang nur als der Flüchtling gesehen – bis ich begriffen habe: Meine Geschichte ist kein Makel, sie ist mein größter Wettbewerbsvorteil.“ Seine Biografie, vom Flüchtlingskind zum erfolgreichen Gründer, mache ihn zu einem empathischeren Menschen und besseren Leader. „Wir müssen in der Arbeitswelt aufhören, nach perfekten Lebensläufen zu suchen. Wer Brüche in der Biografie hat, bringt wertvolle Kompetenzen mit – Resilienz, Improvisationstalent, Mut.“

„Wer sich selbst besser versteht, kann auch empathischer führen.“

Auch Lunia Hara, Expertin für empathische Führung, betonte: „Gerade Menschen mit Migrationsgeschichte führen komplexere Reflexionsprozesse durch. Ihre Herkunft zwingt sie, sich früh mit Identität auseinanderzusetzen.“ Für sie liege darin eine Stärke: „Wer sich selbst besser versteht, kann auch empathischer führen.“ Dabei rät Hara zur ehrlichen Auseinandersetzung: „Es reicht nicht, seine Stärken zu feiern. Auch Werte, die uns blockieren, müssen erkannt werden. Ich musste selbst erst lernen, dass Anpassung nicht immer der richtige Weg ist.“

Transformationsberaterin Begonia Vazquez Merayo fasste es so zusammen: „Internationalität und Vielfalt sind keine Extras. Sie gehören ins Zentrum jeder Unternehmenskultur. Die Herkunft eines Menschen ist wie Wasser für einen Fisch – sie bestimmt sein Denken, auch wenn wir es nicht immer merken.“

Unternehmenspraxis: Vielfalt sichtbar und nutzbar machen

Wie Unternehmen Herkunft zur Stärke machen können, zeigten Best Practices aus zwei Branchen:

McDonald’s Österreich setzt auf Sprachförderung. Karin Probst, Chief People Officer, präsentierte das Projekt „Sprachkurse MADE“: „Sprache ist der Schlüssel zu Selbstbestimmung – und zu beruflichem Wachstum.“ Mitarbeitende erhalten kostenlose, flexible Deutschkurse, kombiniert mit virtuellen Unterrichtseinheiten. Das Ziel: Barrieren abbauen, Integration fördern und Entwicklung ermöglichen. Über 400 Mitarbeitende haben das Angebot bereits genutzt. Das Ergebnis? „Mehr Selbstbewusstsein, mehr Austausch, mehr Zusammenhalt.“

Raiffeisenbank NÖ-Wien verfolgt einen strukturellen Ansatz. Personalentwicklungsleiter Thomas Holzer stellte die Diversity-Strategie vor, die Herkunft als eigenständige Dimension integriert: „Aktuell haben rund ein Drittel unserer Mitarbeitenden Migrationshintergrund – das ist eine Stärke, kein Risiko.“ Die Bank setzt auf Maßnahmen wie Sprachbuddies, interkulturelle Trainings und Corporate Volunteering mit Migrant*innen. Sichtbarkeit ist zentral: „Wir machen Mitarbeitende mit internationaler Biografie sichtbar – als Vorbilder für andere und als Beweis für unser Commitment.“

„Die Unternehmen, die jetzt Räume für Vielfalt schaffen, werden die sein, die in Zukunft erfolgreich sind.“

Wirtschaftlicher Imperativ: Diversity ist kein Nice-to-have

Dass Diversity aktuell als Kostenfaktor gesehen wird, kritisierte Ali Mahlodji scharf: „Das ist keine Frage von Social Impact, sondern von Wirtschaftlichkeit. Unternehmen, die Herkunft und Biografie der Mitarbeitenden anerkennen, sichern sich die Führungskräfte von morgen.“

Begonia Vazquez Merayo sieht darin sogar eine Überlebensfrage: „Die Unternehmen, die jetzt Räume für Vielfalt schaffen, werden die sein, die in Zukunft erfolgreich sind. Es ist eine Entscheidung: Investiere ich in Menschen oder verliere ich sie?“

Lunia Hara ergänzte: „Empathische Führung ist der Schlüssel, um diese Potenziale zu halten. Mitarbeitende gehen heute nicht mehr wegen des Gehalts – sondern wegen schlechter Führung.“

Fazit: Herkunft anerkennen, Vielfalt gestalten

Die lead&learn-Session zeigte klar: Herkunft und kulturelle Vielfalt sind Ressourcen, die Unternehmen strategisch nutzen sollten. Nicht aus Imagegründen, sondern weil sie Innovationskraft, Resilienz und Teamzusammenhalt fördern. Der Appell der Speaker*innen war eindeutig: Unternehmen müssen Herkunft sichtbar machen – und Vielfalt konsequent gestalten.


Die Weconomy Academy

2025 hat die weconomy Academy gestartet und hebt lead&learn auf das nächste Level. Ein zentrales neues Format sind die virtuellen Masterclasses, die quartalsweise stattfinden. Sie bieten Raum für den Austausch zu aktuellen DEI-Themen, spannenden Impulsen und erfolgreichen Best Practice Beispielen. Begleitet werden die Masterclasses von renommierten Expert*innen aus der weconomy Jury, die ihre Expertise und Erfahrung einbringen.

Das sind die Gewinner:innen der WEconomy Diversity Leaders Challenge 2025

Im Rahmen der feierlichen Minerva Awards 2025 (alles dazu und zu den Gewinnerinnen lesen Sie HIER) wurden zum vierten Mal herausragende Persönlichkeiten und Initiativen für ihren Einsatz im Bereich Gleichstellung und Diversität geehrt. Was einst als österreichischer Gender Parity Award begann, hat sich zu einer internationalen Bühne für mutige Stimmen und innovative Vorbilder entwickelt – kuratiert von sheconomy und WEconomy.

Im Rahmen der Minerva-Verleihung wurden auch die Gewinner:innen der WEconomy Diversity Leaders Challenge 2025 ausgezeichnet. Die Auszeichnung würdigt Unternehmen, die Diversität nicht nur als Konzept, sondern als aktiven Bestandteil ihrer Unternehmenskultur leben.

Vielfalt ist kein Buzzword

Mit der Diversity Leaders Challenge setzt WEconomy ein starkes Zeichen für zukunftsweisende Unternehmenskultur – und zeigt, wie Wandel konkret aussehen kann. “Diese Unternehmen zeigen: Vielfalt ist kein Buzzword – sie ist Fundament einer innovativen Wirtschaft”, so Jury-Mitglied Ali Mahlodji in seiner Laudatio.

Die Preisträger

  • Beste DEI-Initiative < 500 MA (Partner: kununu):
    Tietoevry Austria (Gewinner)
    IT:U, RAG Austria
  • Beste DEI-Initiative > 500 MA (Partner: PwC)
    Hilti Austria GmbH (Gewinner)
    Wiener Stadtwerke, ÖBB Holding
  • Sonderkategorie „Mut & Impact“ (Laudatio: Ali Mahlodji)
    Wiener Städtische Versicherung (Gewinner)
    GSK GlaxoSmithKline
    Teach for Austria
    McDonald’s Österreich
    Page Group Deutschland

Sichtbarkeit braucht Bühne – und starke Partner*innen

Ein besonderer Dank gilt allen Partner*innen der Minerva Awards 2025: Coca-Cola HBC Österreich, Uniqa, Verbund, bank99, A1, kununu, PwC, Boltenstern, Wearr, Wristbanditz und dem Weingut Nittnaus.

TV-Ausstrahlung

Die Gala wurde von ORF und Puls 4 aufgezeichnet und am 28. Mai 2025 um 23:35 Uhr auf ORF III ausgestrahlt. Anschließend steht sie auf Joyn und ORF on zum Abruf bereit.

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Diversity Leaders Challenge 2025: Diese Projekte haben es zur Minerva geschafft

Die Diversity Leaders Challenge 2025 geht in ihre entscheidende Phase. In der finalen Jury-Sitzung wurde deutlich: Die eingereichten Projekte setzen neue Maßstäbe für gelebte Vielfalt, Chancengleichheit und Inklusion in der österreichischen Arbeitswelt. Die Vorauswahl für die Minerva Gala steht fest – und mit ihr jene Projekte, die sich auf eine Bühne der besonderen Art freuen dürfen.

 Bereits jetzt zeichnet sich ab, wie stark das Engagement von Unternehmen und Institutionen im Bereich Diversity, Equity & Inclusion (DEI) in den letzten Jahren gewachsen ist. Die nominierten Initiativen kommen aus unterschiedlichsten Branchen und Unternehmensgrößen – vom mittelständischen Industriebetrieb bis zur internationalen Konzernstruktur – und vereinen kreative Ansätze mit strategischem Tiefgang.

Die Projekte im Detail

In der Kategorie der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) überzeugte etwa Tietoevry mit dem Projekt „Vielfalt in jedem Ton – Neurodiversität als Schlüssel zur Innovation“. Die Initiative macht deutlich, wie Unternehmen von der Vielfalt neurodivergenter Perspektiven profitieren können – nicht nur in der Unternehmenskultur, sondern auch im Innovationsprozess. 

 Die IT:U Interdisciplinary Transformation University Austria wurde für ihr umfassendes Barrierefreiheitskonzept „Accessible University“ als Vorreiterin für Inklusion im Hochschulbereich hervorgehoben. 

Auch die RAG Austria AG konnte mit ihrer „RAG Family Initiative“ punkten: Das Projekt stärkt gezielt die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und unterstreicht die Relevanz familienfreundlicher Strukturen im Unternehmensalltag.

 In der Kategorie der Großunternehmen zählen ebenfalls starke Programme zu den nominierten Top-Initiativen. Hilti Austria zeigte mit „DEI als kontinuierliche Reise“, wie sich Vielfalt und Gleichstellung konsequent und nachhaltig in der Unternehmenskultur verankern lassen.

Die Wiener Städtische Versicherung setzte mit ihrer Initiative „Wir zeigen Haltung – gegen Diskriminierung und Gewalt“ ein starkes Zeichen in Richtung gesellschaftspolitischer Verantwortung.

Die Wiener Stadtwerke Gruppe setzt mit ihrem Projekt „Respekt für Grenzen“ auf Null Toleranz bei sexueller Belästigung, Mobbing und weiteren Diskriminierungsformen.

Die ÖBB-Holding AG wiederum rückte mit der Kampagne „Du bist unser Potenzial“ gezielt junge, diverse Talente in den Fokus.

 Neue Sonderkategorie „Mut & Impact“

2025 wurde außerdem eine neue Sonderkategorie eingeführt: „Mut & Impact“. Sie ersetzt die bisherige Auszeichnung „DEI Champion“ und würdigt Projekte, die besonders mutig, wirkungsvoll oder öffentlichkeitsstark neue Wege beschreiten. In dieser Kategorie zählen unter anderem die Wiener Städtische mit ihrem klaren Anti-Diskriminierungs-Statement, GSK mit dem Gleichstellungsprojekt „Mind the Gap“, sowie Teach for Austria mit ihrer „Community of Practice – How to DEI in Education“ zu den Nominierten.

Weitere herausragende Projekte in dieser Kategorie kommen von McDonald’s Österreich, das mit Sprachkursen für Mitarbeitende punktet, sowie von der PageGroup Deutschland, die mit einem unternehmensweiten Anti-Diskriminierungsprozess überzeugt.

Feierliche Verleihung

Alle nominierten Projekte qualifizieren sich für die nächste Etappe: die feierliche Verleihung im Rahmen der Minerva Gala 2025. Im Vorfeld der Gala erhalten alle 32 Unternehmen, die es auf die Shortlist geschafft haben, ihre Zertifikate. Die Minerva selbst präsentiert sich heuer in neuem Gewand – mit einer exklusiveren Location im Wiener Rathaus, einem hochkarätigen Gästekreis und erweitertem thematischen Fokus.

Minerva Gala

Seit vier Jahren zeichnet Minerva Frauen in Führungsrollen und Unternehmen aus, die durch herausragende Initiativen in den Bereichen Leadership, Diversity, Innovation und Förderung von Frauen sichtbar werden. In Kooperation mit starken Wirtschaftspartnern und getragen vom sheconomy-Medienökosystem bietet die Gala eine Bühne für Impact – und macht deutlich, dass Female Power und Diversity längst wirtschaftliche Schlüsselthemen sind.

Die beste aller Welten

Wenn von Diversität und Inklusion die Rede ist, liegt der Fokus zumeist auf Geschlecht, Alter, Hautfarbe, ethnischer Herkunft, Religion, sexueller Orientierung sowie körperlichen und geistigen Behinderungen. Das ist schon mal ein guter Anfang, aber die Reise ist noch nicht zu Ende. Denn die Liste der Gründe, aus denen Menschen in der Arbeitswelt Diskriminierung erfahren, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als deutlich länger. Auch wenn moderne Unternehmen mittlerweile nicht müde werden, zu beteuern, wie wichtig Vielfalt für den Erfolg ist: Wenn eine marginalisierte Gruppe keine verwertbaren Merkmale aufweist, wird sie in den Diversitätsbemühungen häufig ausgespart. Werbeplakate, auf denen gezeigt wird, wie liebevoll der Arbeitgeber mit drogensüchtigen Lehrlingen umgeht, sind ebenso Mangelware wie Stellenanzeigen, in denen chronisch Kranke, Menschen mit psychischen Problemen, Analphabeten oder Vorbestrafte ausdrücklich willkommen geheißen werden.

Auch das soziale Milieu und die finanzielle Situation, die oft für Ausgrenzung aus dem Berufsleben sorgen – Stichwort: Obdachlose – werden selten in Diversitäts-Workshops thematisiert. Und dass laut zahlreicher Studien schönere Menschen immer noch die besseren Jobchancen haben, nimmt die Mehrheit ohnehin als gottgegeben hin. So gilt etwa ein hoher Body-Mass-Index nach wie vor als Karrierebedrohung – besonders für Frauen. Zu diesem Ergebnis kommt ein Experiment der FH Burgenland, das mithilfe modernster Emotionsmessungen und Eye-Tracking-Methoden durchgeführt wurde. Studienautorin Verdrana Vasicek konnte dabei beobachten, dass übergewichtige Bewerberinnen bei Personalverantwortlichen die negativsten Gesichtsausdrücke auslösten.

Eine deutsche Studie aus dem Jahr 2014 hat gezeigt, dass Frauen mit einem höheren BMI um bis zu zwölf Prozent weniger verdienen als ihre schlankeren Kolleginnen und sich das Körpergewicht auch auf die Chancen auswirkt, überhaupt eingestellt zu werden. In Großbritannien kam vor Kurzem ein Vorschlag aus der Regierung, übergewichtigen Arbeitslosen eine Abnehmspritze zu verpassen, damit sie rascher wieder einen Job finden. Eine Methode, die nicht nur bei Gesundheitsexpert:innen für Kopfschütteln sorgt. Dass dickere Menschen abnehmen müssen, um ihren Beruf ausüben zu dürfen, anstatt dass sich die Arbeitswelt ändert – das kann eigentlich nur ein schlechter Scherz sein. Bevor jetzt aber irgendein „witziger“ alter weißer Mann behauptet, dass wir gern eine Quote für „dicke, hässliche Frauen“ hätten: Nein, wir hätten gern eine verantwortungsvolle Gesellschaft, in der jeder Mensch automatisch gleich viel wert ist. Und dafür brauchen wir Rekrutierer und Führungspersonen, die aktiv ihre Vorurteile reflektieren – damit Diversität nicht nur als Marketingstrategie existiert, sondern als gelebte Realität.