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Zwischen Fortschritt und Backlash: Das sind die DEI-Trends 2025

Die Zukunft von DEI-Bestrebungen in Unternehmen steht vor einer paradoxen Situation: Einerseits treiben technologische Innovationen und gesellschaftliche Entwicklungen das Thema voran, andererseits erleben wir einen politischen und kulturellen Backlash, der den Fortschritt hemmt. Insbesondere in den USA zeigt sich dieser Zwiespalt deutlich: US-Großbanken treten aus Klimaallianzen aus, und Konzerne streichen Diversitätsprogramme – ein Kurswechsel, der maßgeblich von der Politik des designierten US-Präsidenten Donald Trump geprägt wird.

Auch hierzulande werden kritische Stimmen lauter, wie Vicky Wagner in ihrer Verkündung über das Ende ihres Diversitätsnetzwerks Beyond Gender Agenda feststellt. In einem LinkedIn-Posting erklärt Wagner, dass Diversität kein tragfähiges Businessmodell mehr sei. „Das Thema braucht jetzt keine generelle Aufmerksamkeit mehr, sondern es geht viel mehr um die Umsetzung zielführender Maßnahmen“, so Wagner zur Begründung des Schritts.

DEI als Treiber für Innovation und Resilienz

In einer globalisierten und zunehmend technologisierten Welt ist Diversität ein entscheidender Erfolgsfaktor. Studien belegen immer wieder, dass diverse Teams innovativer und resilienter agieren. Die aktuellen Trends im Bereich DEI unterstreichen, dass Unternehmen, die Diversität aktiv fördern, nicht nur ethisch, sondern auch wirtschaftlich profitieren:

  • Technologische Unterstützung durch KI: Moderne KI-Anwendungen können dazu beitragen, Bias in Entscheidungsprozessen aufzudecken und zu reduzieren. Von der Erstellung genderneutraler Stellenausschreibungen bis hin zur Analyse von Gehaltsstrukturen – KI wird als Werkzeug für gerechtere Arbeitsplätze genutzt.
  • Diversität als Teil der Unternehmenskultur: Unternehmen integrieren Diversity-KPIs und Reporting-Systeme, um ihre Fortschritte messbar zu machen. Führungskräfte werden geschult, Diversität aktiv zu fördern, während neue Arbeitsmodelle wie flexiblere Arbeitszeiten und Remote Work die Inklusion fördern.

Doch diese Fortschritte sind zunehmend Gegenstand heftiger Debatten.

„Anti-Wokeness“ – Der Backlash gegen Diversität

In den USA wird unter Donald Trump ein neuer Kulturkampf entfacht. Trump hat sich als scharfer Kritiker von „Woke“-Bewegungen positioniert, die seiner Meinung nach Unternehmen zu einer „übertriebenen politischen Korrektheit“ zwingen. Seine Politik beeinflusst nicht nur den Diskurs, sondern auch konkrete Unternehmensentscheidungen. Große Player wie Ford, McDonald’s, Walmart und zuletzt Meta haben angekündigt, Programme zur Förderung von Frauen und Minderheiten zu überarbeiten oder ganz einzustellen.

Diese Entwicklungen gefährden den Fortschritt, den viele Unternehmen in den letzten Jahren erzielt haben. Gleichzeitig erzeugt der Backlash eine toxische Arbeitsumgebung für Mitarbeitende, die sich für DEI engagieren.

Warum DEI trotz Backlash unverzichtbar bleibt

Trotz dieser Gegenbewegung gibt es zahlreiche Gründe, warum Unternehmen weiterhin in DEI investieren sollten:

1. Wettbewerbsvorteil durch Vielfalt:

Diverse Teams bringen unterschiedliche Perspektiven ein und entwickeln innovative Lösungen. Studien zeigen, dass Unternehmen mit einem hohen Diversitätsgrad in Führungsteams eine höhere Rentabilität erzielen.

2. Der globale Kontext:

Während die USA politisch nach rechts rücken, treiben andere Regionen wie Europa und Asien DEI weiter voran. Der European Accessibility Act fordert beispielsweise barrierefreie Produkte und Dienstleistungen, während asiatische Märkte zunehmend auf Frauenförderung setzen.

3. Talente von morgen:

Die junge Generation der Arbeitnehmer*innen legt großen Wert auf Authentizität und gesellschaftliche Verantwortung. Unternehmen, die Diversität nicht leben, riskieren, ihre Wettbewerbsfähigkeit im „War for Talent“ zu verlieren.

4. Technologie als Chance:

Neue KI-gestützte Tools, die etwa gendersensible Sprache oder Barrierefreiheit in der Kommunikation fördern, machen es leichter, DEI umzusetzen. Unternehmen können diese Technologien nutzen, um Diversität in ihren Prozessen zu verankern und gleichzeitig Kosten zu senken.

Die Herausforderung: Widerstand überwinden

Der Backlash gegen „Wokeness“ ist nicht nur eine politische Bewegung, sondern auch ein Ausdruck von Unsicherheit angesichts eines sich schnell wandelnden gesellschaftlichen und technologischen Umfelds. Unternehmen stehen vor der Herausforderung, diese Ängste anzusprechen und ihre DEI-Strategien überzeugend zu kommunizieren.

Maßnahmen und Initiativen sichtbar machen

Weconomy setzt mit der Diversity Leaders Challenge ein starkes Zeichen für gelebte Vielfalt: Wir wollen DEI-Erfolge sichtbar machen und Unternehmen die Plattform geben, ihre wegweisenden Projekte zu präsentieren. Die besten DEI-Initiativen qualifizieren sich für die Minerva Awards. Ob innovative Einzelmaßnahmen oder ausgereifte Strategien – die besten Projekte werden von einer Expert:innen-Jury bewertet und im Frühjahr 2025 auf der großen Minerva Bühne präsentiert.

Die wichtigsten DEI-Trends für 2025

Die zentralen Trends spiegeln sich in den Diskussionen und Erkenntnissen wider, die wir während unserer Masterclasses beim Weconomy Diversity Leaders Summit gewonnen haben. Mit Beiträgen von DEI-Expert:innen und Praxisbeispielen führender Unternehmen wurde deutlich, wie Unternehmen 2025 Diversität, Inklusion und Gerechtigkeit neu denken und umsetzen können – und welche Herausforderungen dabei auf sie warten.

1. Datengesteuerte DEI-Strategien

Mit der verstärkten Nutzung von KI und Machine Learning in DEI-Initiativen rückt die Datenanalyse ins Zentrum. Unternehmen können Fortschritte verfolgen, Ungleichheiten identifizieren und Compliance-Prozesse automatisieren. Dabei stehen jedoch immer wieder ethische Fragen im Raum.

„Es ist unmöglich, hundertprozentig fair zu sein. Aber indem wir KI gezielt trainieren und Prozesse transparent gestalten, kommen wir näher an das Ziel einer gerechten Entscheidungsfindung“, erklärt Bernadette Fellner, Business Innovation Lead bei PwC Österreich. Diese Technologie ist somit nicht nur Werkzeug, sondern auch Lernfeld für mehr Gerechtigkeit.

2. Fokus auf Inklusion und Barrierefreiheit

Barrierefreiheit wird 2025 von Unternehmen nicht länger als Nebensache betrachtet, sondern als zentrales Element inklusiver Arbeitswelten. Technologien wie Text-to-Speech oder KI-gestützte Übersetzungen helfen dabei, Hindernisse zu überwinden.

„Das Problem ist nicht die Technologie selbst – sondern wie wir sie einsetzen. Wir müssen darauf achten, dass sie nicht bestehende Ungleichheiten verstärkt, sondern Barrieren abbaut“, so Wolfgang Kowatsch, Managing Director und Co-Founder von myAbility. Besonders beeindruckend ist, wie Unternehmen mit KI Menschen mit Behinderungen besser unterstützen können, von vereinfachten Texten bis hin zu besseren Zugangsmöglichkeiten.

3. Ganzheitlicher Ansatz

DEI wird 2025 in alle Unternehmensprozesse integriert – von der Rekrutierung über die Führung bis hin zur täglichen Zusammenarbeit. Ein isoliertes Programm oder einzelne Maßnahmen genügen nicht mehr. „Wir müssen DEI in die DNA von Unternehmen einbetten. Es reicht nicht, nur ein Frauenförderprogramm zu haben; es braucht eine ganzheitliche Strategie“, betont Transformation und High Performance Expertin Anke van Beekhuis. Der Erfolg zeigt sich dort, wo DEI nicht nur ein Abteilungsziel ist, sondern auf allen Ebenen gelebt wird.

4. Mentale Gesundheit als DEI-Schwerpunkt

Psychische Gesundheit rückt immer stärker in den Fokus von DEI-Initiativen. Unternehmen erkennen, dass sie nicht nur für das Wohlbefinden, sondern auch für die Produktivität der Mitarbeitenden entscheidend ist. „Die psychische Gesundheit, besonders von Frauen, die oft mehrfache Belastungen tragen, muss stärker in den Fokus rücken. Das ist ein wesentlicher Teil von echter Inklusion“, betont Johanna Kleinfercher-Alberer vom Bundesministerium für Arbeit und Wirtschaft. Angebote wie Mentoring, flexible Arbeitszeiten und psychologische Unterstützung werden dabei immer wichtiger.

5. Globale Standards, lokales Handeln

Unternehmen entwickeln zunehmend globale DEI-Standards, die lokal angepasst werden, um kulturelle und gesetzliche Unterschiede zu berücksichtigen. „Es ist nicht genug, globale DEI-Standards zu setzen. Wir müssen verstehen, wie diese in unterschiedlichen Märkten wirken – sei es in Europa, den USA oder Asien“, erklären Ursula Roberts von PwC Legal und Wanda Traeger von PwC Österreich. Dieser Ansatz ermöglicht es, universelle Werte mit regionalen Bedürfnissen in Einklang zu bringen.

6. Neuausrichtung auf Zugehörigkeit und Unternehmenskultur

Immer mehr Unternehmen erkennen, dass Diversität und Inklusion ohne das Gefühl von Zugehörigkeit wenig bewirken. 2025 wird der Fokus verstärkt auf die Gestaltung inklusiver Unternehmenskulturen gelegt. „Wenn sich niemand in die Unternehmenskultur integriert fühlt, helfen auch die besten Richtlinien nichts. Zugehörigkeit ist der Schlüssel“, resümiert Nina Zimmermann, CEO von kununu. Unternehmen müssen sich fragen, wie sie dieses Zugehörigkeitsgefühl aktiv fördern können.

7. Widerstand und Backlash

Gleichzeitig zeigt sich in einigen Märkten – insbesondere in den USA – ein deutlicher Backlash. Die „Anti-Wokeness“-Bewegung, angeführt von politischen Strömungen, hat dazu geführt, dass Unternehmen ihre DEI-Initiativen zurückfahren oder auf den Prüfstand stellen. Das zeigt, wie fragil der Fortschritt ist. Unternehmen stehen vor der Herausforderung, klare Positionen zu beziehen, ohne die gesellschaftliche Polarisierung weiter anzuheizen. Dieser Widerstand macht es umso wichtiger, dass Unternehmen ihre Werte transparent kommunizieren und sie auch unter Druck vertreten.

Handlungsempfehlungen für Unternehmen:

  1. Ehrliche Kommunikation: Erklären Sie den geschäftlichen und sozialen Mehrwert von DEI. Zeigen Sie, dass Diversität nicht nur „nice to have“, sondern ein Wettbewerbsvorteil ist.
  2. Messbarkeit: Nutzen Sie KPIs und Berichte, um Fortschritte zu dokumentieren und die Wirksamkeit von Programmen zu belegen.
  3. Langfristige Perspektive: Trotz kurzfristiger politischer Trends sollten Unternehmen ihre DEI-Strategien als langfristige Investition betrachten.
  4. Allianzen und Netzwerke: Kooperationen mit anderen Unternehmen und Organisationen können helfen, den politischen Druck abzufedern und DEI-Ziele gemeinsam zu verfolgen.
  5. Datenbasiert handeln: Nutzen Sie KI, um Ungleichheiten zu identifizieren und Fortschritte messbar zu machen – aber achten Sie darauf, die zugrunde liegenden Biases in den Trainingsdaten zu minimieren.
  6. Barrierefreiheit priorisieren: Setzen Sie Technologien ein, die Inhalte und Prozesse inklusiv gestalten – von einfacher Sprache bis zu Tools für Neurodiversität.
  7. Unternehmenskultur leben: DEI darf nicht nur ein Schlagwort bleiben. Fördern Sie eine Kultur der Zugehörigkeit und Transparenz.
  8. Mental Health unterstützen: Bieten Sie Programme zur Förderung der mentalen Gesundheit an, die auf die Bedürfnisse Ihrer Belegschaft abgestimmt sind.
  9. Lokal und global agieren: Balancieren Sie globale Standards mit lokalem Verständnis, um DEI authentisch umzusetzen.
  10. Proaktiv mit Backlash umgehen: Beziehen Sie klar Position für Ihre Werte, ohne dabei die Bedürfnisse unterschiedlicher Stakeholder zu ignorieren.

DEI als Wegweiser für eine gerechtere Zukunft

Trotz des zunehmenden Backlashs bleibt DEI ein unverzichtbares Instrument für Innovation, Resilienz und wirtschaftlichen Erfolg. Unternehmen, die Diversität und Inklusion fördern, positionieren sich nicht nur als attraktive Arbeitgeber, sondern tragen auch dazu bei, eine gerechtere und nachhaltigere Welt zu schaffen. Die Aufgabe liegt nun darin, die Widerstände zu überwinden und die Transformation entschlossen voranzutreiben – denn die Zukunft gehört denen, die Mut zur Vielfalt haben.

Wir brauchen Männer, die Barrieren abbauen

Hand aufs Herz, Herr Younosi: Warum engagieren Sie sich für Diversität?

Cawa Younosi: Im Laufe meines Lebens habe ich erkannt, wie viele Talente und Potenziale ungenutzt bleiben, wenn Menschen nicht die Gelegenheit erhalten, sich selbst zu entfalten. Insbesondere im beruflichen Umfeld ist es eine Frage der Fairness und des Anstands, allen Menschen die gleichen Chancen zu bieten. Der Vorteil davon ist: Wenn man das macht, tut man nicht nur sich selbst, sondern auch der Gesellschaft einen Gefallen.

Wünschen Sie sich mehr männliche Mitstreiter?

Absolut. Es ist entscheidend, sich bewusst zu machen, dass Diversität und Inklusion keine Themen sind, die ausschließlich Frauen oder marginalisierte Gruppen betreffen. Wenn ich über Gender-Diversität, die Förderung von Frauen im Berufsleben oder in Führungspositionen spreche, handelt es sich um Themen, die uns alle angehen. Noch immer sind viele Männer in machtvollen Positionen. Sie haben die Möglichkeit, bestehende strukturelle Ungleichheiten entweder zu zementieren oder aktiv zu verändern. Wir benötigen Männer, die bereit sind, diese Barrieren abzubauen und den Weg für andere Geschlechter zu ebnen.

Cawa Younosi, Geschäftsführer der Charta der Vielfalt e.V.

Wie schafft man es, mehr Männer für das Thema zu motivieren?

Es gelingt mir oft besser, mit einem Appell an Anstand und Werte zu überzeugen als mit Zahlen und Fakten. Wenn ich beispielsweise zu einem CEO sage: „Du möchtest doch auch, dass deine Tochter die gleichen Chancen hat wie dein Sohn“, trifft das häufig besonders gut. Wir alle wünschen uns, dass Potenzial und Leistung entscheidend sind, doch wir wissen auch, dass nicht jeder die gleichen Voraussetzungen mitbringt. Die Statistiken sprechen für sich: Von 100 Kindern, die die Grundschule besuchen, schaffen nur 25 aus nicht-akademischen Familien das Abitur. Das liegt nicht daran, dass sie weniger intelligent sind, sondern weil sie mit einem schwierigeren Start ins Leben konfrontiert werden als Kinder aus akademischen Haushalten. Es geht nicht darum, dass jeder das Abitur machen muss, sondern es verdeutlicht, wie entscheidend die Ausgangssituation für den späteren Erfolg ist.

Inwiefern haben sich die Anforderungen an Diversity-Programme in Unternehmen verändert?

Im Unternehmenskontext glaube ich, dass die Zeiten vorbei sind, in denen Frauenförderprogramme aufgesetzt und diese mit Sekt und ansprechenden Bildern für Social Media inszeniert wurden. Das liegt daran, dass viele Unternehmen eine neue Stufe der Entwicklung erreicht haben. Diversität kann nicht mehr nur auf das Verhältnis von Männern und Frauen beschränkt werden, sie muss in allen sieben Dimensionen betrachtet werden. Trotzdem gibt es leider immer noch Unternehmen, die Diversität in wirtschaftlich schwierigen Zeiten als etwas betrachten, das „nice to have“ oder verhandelbar ist, anstatt es als essenzielle Voraussetzung für nachhaltigen Erfolg zu sehen.

Wie kommt es dazu?

In Deutschland beobachten wir, dass Projekte, die sich verschieben lassen, oft auch tatsächlich verschoben werden. Wenn auf der einen Seite Programme initiiert werden, während auf der anderen Seite Mitarbeitende entlassen werden müssen, ist das für Unternehmen schwer zu vermitteln. Leider lassen populistische Parteien wie die AfD und bestimmte politische Strömungen eine pluralistische Gesellschaft schlecht aussehen. Das zeigen aktuell wieder besonders die Migrationsdebatten. Umso wichtiger ist es, dass Unternehmen gemeinsam mit der Charta der Vielfalt unsere pluralistische Gesellschaft als Bereicherung und nicht als Belastung vermitteln.

Was können wir gegen rechtsextreme Parteien tun?

Wir müssen uns entschieden gegen rechtsextreme Parteien positionieren – als Einzelpersonen, als Charta der Vielfalt und als Unternehmen. Wenn Menschen offen diskriminiert werden, weil sie nicht in bestimmte Stereotypen passen, ist das nicht nur schädlich für eine freie Gesellschaft, sondern auch für die Wirtschaft. Deutschland ist auf Zuwanderung angewiesen; der Fachkräftemangel ist eine Realität, die wir nicht ignorieren können. Natürlich benötigen wir eine gezielte Zuwanderung, aber es ist unerlässlich, dass wir diese Zuwanderung auch fördern. Darüber hinaus müssen wir deutlich mehr in die Entwicklung und Bindung der Talente investieren, die bereits in unserem Land leben. Immerhin gibt es in Deutschland 2,3 Millionen Menschen ohne Berufsabschluss – das sind fast mehr Personen als offene Stellen.

“Diversität bedeutet erstmal Konflikte, Reibung. Es liegt an uns, diese Reibungen in etwas Positives zu verwandeln.”

Wo findet Diversität in einer Wirtschaftskrise noch Platz?

In Zeiten radikalen Wandels entstehen stets unterschiedliche Bewegungen. Auf der einen Seite gibt es diejenigen, die alles niederreißen wollen, während auf der anderen Seite die Gegenbewegung umso lauter und klarer werden muss. Ich bin überzeugt, dass wir etwa 50 Prozent der Menschen zurückgewinnen können, die sich populistischen Strömungen zugewandt haben. Das ist jedoch nicht nur eine Aufgabe für Unternehmen oder die Charta der Vielfalt, es erfordert auch eine Politik, die eine optimistische Vision einer pluralistischen Gesellschaft vermittelt und die Menschen begeistert. In den letzten Jahren wurde der Diskurs häufig aus einer defizitären Perspektive betrachtet. Diversität bedeutet erstmal Konflikte, Reibung. Es liegt an der Gesellschaft, am Diversity-Management in Unternehmen und in der Politik, diese Reibungen in etwas Positives zu verwandeln.

Große Firmen wie Microsoft und Google fahren ihre Budgets für Diversität zurück. Was sagen Sie dazu?

In den USA beobachten wir eine ausgeprägte „Anti-Woke“-Bewegung. Berichten zufolge üben rechte Parteien auf Unternehmen wie Ford, Harley Davidson und John Deere großen Druck aus. Das spiegelt auch die aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen in den USA wider. In solchen Zeiten ist es entscheidend, dass Unternehmen über ein starkes Management und engagierte Eigentümer:innen verfügen, die auch in Krisensituationen zu ihren Werten stehen und bereit sind, gegebenenfalls auf Umsatz und Gewinn zu verzichten. In Deutschland hingegen ist ein solches Phänomen glücklicherweise bislang nicht in gleichem Maße erkennbar.

Welche Rolle spielt Politik am Arbeitsplatz?

Die Wahlen in Ostdeutschland und die Europawahl geben uns Grund zur Sorge. Sie geben uns aber auch eine ganz klare Aufgabe: Wir müssen das Thema Demokratie am Arbeitsplatz stärken. Um Populismus effektiv zu bekämpfen, ist es entscheidend, das Thema auf einer persönlichen Ebene zu diskutieren. Statt abstrakt über „die Migranten“ zu sprechen, sollten wir darüber reflektieren, welche Auswirkungen bestimmte Entscheidungen auf unsere Kolleg:innen wie Fatima oder Mehmet haben. Diese Namen stehen nicht für anonyme Figuren, sondern für Menschen, mit denen wir tagtäglich zusammenarbeiten. Das gleiche Prinzip gilt für europäische Themen: Wir müssen in Unternehmen darüber sprechen, welche Folgen es hätte, wenn Deutschland nicht mehr Teil der EU wäre. Solche Diskussionen eröffnen neue Perspektiven und erreichen die Menschen viel besser als Debatten auf Marktplätzen oder in sozialen Medien. Als Charta der Vielfalt möchten wir durch gezielte Veranstaltungen aktiv werden.

ZUR PERSON

Cawa Younosi (48) ist seit 1. September Geschäftsführer der Arbeitgebendeninitiative Charta der Vielfalt e. V. Als Jugendlicher musste er alleine aus Afghanistan fliehen und kam nach Deutschland. Nach dem Abitur betrieb er einen Kiosk und absolvierte anschließend ein Jura-Studium in Bonn. Bis Oktober 2023 war er Personalchef und Mitglied der Geschäftsführung von SAP Deutschland.

Sunday Scaries bei Gen Z: WEconomy-Generationenstudie enthüllt wachsende Angst vor der Arbeitswoche

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40 Jahre und mehr trennen heute die jüngsten von den erfahrensten Kolleg:innen in Unternehmen. Diese beispiellose Generationenvielfalt entsteht, weil junge Menschen durch beschleunigte Bildungswege früher in den Arbeitsmarkt eintreten, während die Anhebung des Pensionsantrittsalters Ältere länger im Berufsleben hält. Unterschiedliche Werte, Arbeitsweisen und Lebensstile prallen dadurch aufeinander. Doch eines ist klar: Altersdiversität birgt nicht nur Herausforderungen, sondern enormes Potenzial – vorausgesetzt, die Bedürfnisse aller Generationen werden erkannt und ein aktiver Dialog gefördert.

Die Arbeitswelt vereint derzeit fünf Generationen, wobei Babyboomer, Generation X, Y und Z den Arbeitsmarkt dominieren. Führungskräfte stehen vor der Aufgabe, Barrieren zwischen den Altersgruppen abzubauen und das volle Potenzial diverser Teams zu entfalten. Die im Auftrag von Ketchum für sheconomy und PwC durchgeführte Generationenstudie zeigt, dass der Wissensaustausch generationenübergreifend geschätzt wird: 88 Prozent der Befragten empfinden die Zusammenarbeit über Altersgrenzen hinweg als bereichernd. Besonders deutlich wird dies bei der Innovationskraft: 85 Prozent sind überzeugt, dass Teams mit gemischten Altersgruppen bessere Lösungen entwickeln.

Zusammenarbeit über Altersgrenzen hinweg wird als bereichernd empfunden und fördert innovative Lösungen.

Wer harmoniert am besten?

Die Umfrage zeigt, dass Millennials (Generation Y), geboren zwischen den Achtzigern und frühen Neunzigern, als besonders beliebte Teamkolleg:innen gelten. Über 91 Prozent der Befragten arbeiten gerne mit dieser Generation zusammen. Auch die Generation X (Mitte der Sechziger bis Ende der Siebziger geboren) wird von 90 Prozent positiv wahrgenommen.

Anders verhält es sich mit der Gen Z, der jüngsten Generation im Arbeitsleben: Zwar geben über 71 Prozent an, gerne mit ihr zu arbeiten, doch insbesondere Millennials zeigen Vorbehalte – 44 Prozent von ihnen arbeiten ungern mit der Gen Z. Diese Spannungen könnten durch wirtschaftliche Unsicherheiten verstärkt werden. Denn während Babyboomer gelassener sind, sorgen sich Millennials und Gen Z sich besonders um ihre Zukunft, etwa durch Ängste vor einer unzureichenden Pension.

Die Herausforderungen der generationsübergreifenden Zusammenarbeit betreffen alle Altersgruppen gleichermaßen. Mehr als ein Drittel der Befragten berichtet von häufigen Missverständnissen, die oft auf Vorurteilen basieren. Babyboomern wird ein konservativer „Workaholic“-Lebensstil nachgesagt, Generation X mache für Geld alles, Millennials würden sich in Sinnfragen verlieren, und die Gen Z sei arbeitsscheu.

Die Wurzeln dieser Stereotypen liegen in den sogenannten Generationslabels, die Altersgruppen anhand historischer und sozialer Ereignisse kategorisieren. Trotz häufiger Kritik – insbesondere wegen der damit verbundenen negativen Vorurteile – bieten diese Labels eine hilfreiche Orientierung, um die Dynamik zwischen den Generationen besser zu verstehen.

Ein Weckruf für Unternehmen

Vorurteile erschweren die Zusammenarbeit erheblich: 31 Prozent der Befragten empfinden sie im Arbeitsumfeld als belastend. Besonders betroffen ist die Generation Z: Fast 37 Prozent fühlen sich nicht ernst genommen, bei den jüngsten Vertreter:innen sind es sogar mehr als 57 Prozent. Auch ältere Kolleg:innen stehen unter Druck: Ein Drittel berichten von Vorurteilen, die die Zusammenarbeit erschweren, mehr als die Hälfte hat Altersunterschätzung erlebt, und ein Viertel wurde sogar diskriminiert. Manisha Joshi, Business Director und Head of DEI bei Ketchum, appelliert in diesem Zusammenhang: „Jetzt ist die Zeit, Dialoge zu fördern, Hürden abzubauen und das Potenzial aller Generationen zu entfalten. Unternehmen, die aktiv werden, stärken nicht nur das Miteinander, sondern sichern sich langfristig ihren Erfolg.“

Gen Z ist unzufriedenste Altersgruppe

In Zeiten des Fachkräftemangels ist es entscheidend, die Bedürfnisse der Belegschaft zu erkennen und langfristig Arbeitskräfte zu binden. Dabei kommt den jüngeren Mitarbeiter:innen eine besondere Bedeutung zu, da die Generationen Y und Z inzwischen den größten Anteil der Erwerbspersonen stellen. Gleichzeitig zeigt die Studie, dass sie die unzufriedensten Altersgruppen sind: Während 88 Prozent der Babyboomer ihre Arbeit als erfüllend empfinden, liegt dieser Wert bei der Gen Z bei nur 66 Prozent. Auch die Belastung am Arbeitsplatz ist ungleich verteilt: Über 40 Prozent der Gen Z fühlen sich ausgebrannt, verglichen mit 24 Prozent der Babyboomer. Besonders alarmierend ist der sogenannte „Sunday Scaries“-Effekt: Fast die Hälfte der Gen Z verspürt bereits am Sonntagabend Angst vor der bevorstehenden Arbeitswoche. Zum Vergleich: Bei den Millennials ist es knapp ein Viertel, bei der Generation X und bei den Babyboomern unter 20 Prozent.

Work-Life-Balance und soziale Aspekte

„Diese Ergebnisse sind ein deutlicher Weckruf. Unternehmen müssen nicht nur die unterschiedlichen Bedürfnisse der Generationen anerkennen, sondern auch gezielt Maßnahmen ergreifen, um jüngeren Mitarbeitenden ein unterstützendes und entlastendes Arbeitsumfeld zu bieten“, betont Barbara Redlein, Partnerin und Head of DEI bei PwC Austria.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Work-Life-Balance. Besonders die Generation X und Z reagieren sensibel: 67 Prozent stören sich daran, außerhalb der Arbeitszeiten telefonisch kontaktiert zu werden. Noch deutlicher wird die Ablehnung bei E-Mails am Wochenende, die 57 Prozent als übergriffig empfinden – insbesondere die Generation X.

Der soziale Aspekt am Arbeitsplatz ist für viele Mitarbeitende ebenfalls entscheidend. 64 Prozent der Befragten geben an, produktiver zu sein, wenn Kolleg:innen zugleich Freund:innen sind. Für mehr als die Hälfte ist der Arbeitsplatz sogar ein Ort, um Freundschaften zu knüpfen. Aktivitäten außerhalb der Arbeit, wie gemeinsame Unternehmungen, werden besonders von Millennials geschätzt. Allerdings empfindet fast die Hälfte der Generation Z solche Aktivitäten als belastend – deutlich mehr als die 33 Prozent der Millennials, die dies so sehen.

Vielfalt als Erfolgsfaktor

Trotz vieler Herausforderungen sieht sheconomy Chefredakteurin Michaela Ernst generationsübergreifende Zusammenarbeit als große Chance, die aktiv genutzt werden müsse. „Jetzt liegt es an den Unternehmen, dieses Potenzial zu erkennen und den Austausch gezielt zu fördern“, plädiert sie. Der Schlüssel liegt in einem offenen Dialog und der Entwicklung von Arbeitsmodellen, die für alle Altersgruppen attraktiv sind. So wird Diversität nicht nur zu einem Erfolgsfaktor – sondern auch zu einer wertvollen Ressource für die Zukunft.

Alle Studienergebnisse findet ihr im Factsheet.

Das war der WEconomy Diversity Leaders Summit 2024

Diversität ist mehr als eine moralische Verpflichtung – sie ist ein strategischer Erfolgsfaktor, der kreative Lösungen und nachhaltige Innovation ermöglicht. Unterschiedliche Perspektiven, generationenübergreifende Zusammenarbeit und inklusives Management sind der Schlüssel zu einem Arbeitsumfeld, das Talente anzieht und bindet.

Aus diesem Grund kamen rund 120 Fachleute und Verantwortliche aus Unternehmen im beeindruckenden Ambiente der PwC-Räumlichkeiten zusammen, um beim Diversity Leaders Summit die aktuellen Herausforderungen zu beleuchten.

Der Nachmittag begann mit einem besonderen Highlight: sechs exklusiven Masterclasses, in denen renommierte Expert:innen ihr Fachwissen teilten und wertvolle Best Practices für mehr Diversität in Unternehmen präsentierten.

Die Masterclass „Herkunft als Chance – Neue Wege der Zusammenarbeit“ eröffnete den Dialog über interkulturelle Teams. Lynn Neubert (UN Global Compact Network Austria), Karin Kafesie (VIG) und Gabriele Andratschke (GrEco) verdeutlichten, wie vielfältige Hintergründe nicht nur Herausforderungen mit sich bringen, sondern auch enorme Innovationspotenziale entfalten können.

In „Strategien gegen Misconduct“ zeigten Ursula Roberts (PwC Legal) und Wanda Traeger (PwC Österreich), wie rechtliche und organisatorische Ansätze dabei helfen, eine werteorientierte Unternehmenskultur zu etablieren und Fehlverhalten proaktiv entgegenzuwirken.

Einblicke in die Verbindung von Technologie und Vielfalt bot die Session „AI und Diversität“. Bernadette Fellner (PwC Österreich), Isabella Gruber (Zühlke Group) und Cornelia Samec (Tietoevry Österreich) erklärten, wie künstliche Intelligenz genutzt werden kann, um Diversität zu fördern und messbar zu machen – allerdings nicht ohne die Risiken von Biases kritisch zu beleuchten.

 

In der Masterclass „Top Female Workplace“ diskutierten Nina Zimmermann (kununu), Anke van Beekhuis (Beekhuis Performance Culture), Johanna Kleinfercher-Alberer (Bundesministerium für Arbeit und Wirtschaft), Alzbeta Takacova (Coca-Cola HBC Österreich) und Hermann Sporrer (sheconomy). Die Expert:innen präsentierten praktische Strategien, um Frauen gezielt in ihrer Karriere zu fördern und Unternehmen langfristig attraktiver zu machen.  ALLES ZUM THEMA finden Sie HIER

Einen systematischen Ansatz zur Bewertung von Fortschritten im Bereich DEI bot die Masterclass „Messbarkeit von DEI“. Julia Kreyler-Valsky (Inclusion Indicator), Martina Ernst (Business Coach) und Gerhard Wagner (Wiener Stadtwerke) stellten Werkzeuge vor, mit denen Diversitätsinitiativen quantifiziert und nachhaltig weiterentwickelt werden können.

In der Session „Access Granted – Digitale Inklusivität“ demonstrierten Karin Gonnermann (PwC Österreich), Wolfgang Kowatsch (MyAbility) und Karin Probst (McDonald’s) anschaulich, wie Unternehmen digitale Barrierefreiheit effektiv umsetzen können – ein entscheidender Schritt, um wirklich alle Menschen zu erreichen und einzubinden.

Studie zu Altersdiversität: Ein Schlüssel für den Unternehmenserfolg

Ein weiterer Höhepunkt waren die Präsentation der neuen Sheconomy-Ausgabe, in der WEconomy als Heft im Heft zu finden ist, sowie einer neuen, österreichweiten Studie von sheconomy, durchgeführt in Zusammenarbeit mit PwC und der Kommunikationsagentur Ketchum. Die Untersuchung befasste sich mit dem Thema Altersdiversität und zeigte auf, wie wichtig generationenübergreifende Zusammenarbeit für Innovationskraft und Nachhaltigkeit in Unternehmen ist. Die Ergebnisse wurden von Manisha Joshi (Ketchum) im Gespräch mit Michaela Ernst (sheconomy) vorgestellt. Sie betonten, dass Altersdiversität ein oft unterschätzter Faktor ist, der jedoch essenziell für die Innovationskraft von Unternehmen sei. Joshi erklärte: „Altersdiversität eröffnet nicht nur neue Perspektiven, sondern fördert auch das gegenseitige Lernen zwischen Generationen, was langfristig zu besseren Lösungen führt.“

Unterschiedliche Perspektiven schaffen Innovation

Den inhaltlichen Kern des Abends bildete schließlich die Paneldiskussion, in der hochkarätige Sprecher:innen die Rolle der Diversität für Kreativität, Problemlösungsfähigkeit und unternehmerischen Erfolg beleuchteten.

„Natürlich ist es einfacher, wenn fünf weiße Männer in der Führungsebene sitzen. Sie werden sich schneller einig, weil sie aus ähnlichen Kontexten kommen“, erklärte Nicole Prieller (PwC Österreich) und wies damit auf eine weit verbreitete Realität in Unternehmen hin. „Aber genau darin liegt das Problem: Wenn wir Diversität nicht einbringen, verpassen wir unglaubliche Chancen auf Innovation. Unterschiedliche Perspektiven sind nicht bequem, aber sie bringen uns weiter.“ Prieller unterstrich damit, dass vielfältige Teams durch ihren Erfahrungshorizont neue Lösungsansätze entwickeln und dynamische Diskussionen anstoßen – ein klarer Wettbewerbsvorteil in der heutigen Wirtschaftswelt.

Dieser Gedanke spiegelt sich auch in den Erfahrungen von Erwin Zarfl (AT&S) wider: Das Unternehmen in Leoben setzt auf kulturelle und generationenübergreifende Vielfalt: „Wir beschäftigen allein in Leoben Mitarbeiter:innen aus knapp 50 Nationen. Das bringt eine unglaubliche Bereicherung mit sich, aber auch Herausforderungen“, berichtete Zarfl. „Unterschiedliche Kulturen und Generationen zusammenzubringen erfordert Geduld, schafft jedoch einen enormen Mehrwert. Es ist faszinierend, mittags in die Kantine zu gehen und diese Vielfalt an Kulturen und Altersgruppen zu erleben.“ Seine Beobachtungen verdeutlichen, wie bereichernd Diversität für den Unternehmensalltag ist – trotz der vielen Anpassungsprozesse, die gerade am Land nötig seien, um Akzeptanz zu schaffen und unterschiedliche Kommunikationsstile und Arbeitsweisen zu harmonisieren.

Frauen: nicht nur stärken, sondern langfristig binden

Eines der Themen war auch die Förderung von Frauen in traditionell männerdominierten Branchen. Dr. Hana Dellemann (Hitachi Rail Austria) beschrieb, wie das Technologie-Unternehmen gezielt daran arbeitet, technische Berufe für Frauen attraktiver zu machen: „Wir haben ein starkes Frauennetzwerk, das sich für die Attraktivität technischer Berufe einsetzt. Es ist wichtig, früh zu vermitteln, dass diese Jobs keineswegs langweilig oder ‚uncool‘ sind. Unsere Kampagnen über Social Media und andere Kanäle zielen darauf ab, das veraltete Bild der Branche aufzubrechen.“ Während solche Initiativen ein erster Schritt sind, bleibt die langfristige Bindung weiblicher Talente eine Herausforderung, wie Michael Otter (Aussenwirtschaft Austria) anmerkte: „Wir sehen, dass Frauen in internationalen Positionen oft früh aussteigen. Die Gründe liegen häufig in der schwierigen Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Trotz finanzieller Unterstützung, etwa bei Schulen oder Umzügen, verlieren wir auf dem Weg leider viele Talente.“ Seine Aussage unterstreicht, dass es nicht allein um individuelle Maßnahmen geht, sondern um einen gesellschaftlichen Wandel, der Frauen in Führungspositionen umfassender unterstützt.

Herausforderungen und Chancen

Die Diskussionen verdeutlichten, dass Diversität nicht nur auf einer Ebene wirksam ist. Sie erfordert Anpassungen in Unternehmenskulturen, strukturelle Veränderungen und ein langfristiges Engagement. Gabriele Költringer von der Interdisciplinary Transformation University (IT:U) bringt es auf den Punkt: „Transformation ist unser Ziel, Interdisziplinarität der Weg dorthin.“ Die IT:U verfolgt einen visionären Ansatz: Hier wird interdisziplinär gelehrt und geforscht, Start-ups gehören ebenso zur DNA der Institution wie die umfassende Kommunikation über ihre Forschungsergebnisse. Ziel ist es, mit innovativen wissenschaftlichen Ansätzen neue Perspektiven für die digitale Transformation zu schaffen. Dabei werden diese mit weiteren gesellschaftlichen Transformationsprozessen verknüpft, um einen menschenzentrierten sozialen Fortschritt sowie eine nachhaltige und resiliente Wirtschaft voranzutreiben.

Neben den kulturellen und sprachlichen Barrieren spielt den Diskutant:innen zufolge die praktische Integration eine zentrale Rolle – von der Bereitstellung geeigneter Wohnmöglichkeiten für internationale Mitarbeiter:innen bis hin zu flexiblen Arbeitsmodellen, die die Vereinbarkeit von Karriere und Familie fördern.

Viel erreicht, aber noch viel zu tun

Der WEconomy Diversity Leaders Summit hat eindrucksvoll gezeigt, welche Kraft in der Vielfalt liegt und wie Unternehmen davon profitieren können. Doch genauso deutlich wurde: Es bleibt noch viel zu tun. Strukturelle Hürden, gesellschaftliche Vorurteile und praktische Herausforderungen stehen echten Fortschritten im Bereich Diversität und Inklusion noch oft im Weg. Die spannenden Einblicke und inspirierenden Best Practices des Abends liefern jedoch wertvolle Ansätze, um diese Herausforderungen anzugehen. Mit diesen Impulsen im Gepäck freuen wir uns bereits auf die zahlreichen Aktivitäten im kommenden Jahr.

Zu allen für die Diversity Leaders Challenge eingereichten Projekten geht es hier. Was es damit genau auf sich hat, lesen Sie HIER

Ein besonderer Dank gilt den Partnern, die diese Veranstaltung ermöglicht und unterstützt haben: PwC, Wirtschaftsagentur Wien, Uniqa, Tietoevry, Ketchum, kununu, Energie AG, A1, Coca-Cola HBC, Wiener Stadtwerke, MSD, Greco, Buwog, sowie Trumer Privatbrauerei und Herz & Co.

 

“Echter Einsatz zeigt sich in glaubwürdigen Reports”

Welche Vorteile bringt es Unternehmen, die Inklusion von Menschen mit Behinderung zu messen?

Wolfgang Kowatsch Ein großer Vorteil ist, dass sich die Unternehmenskultur verändert, und das wird von den Mitarbeitenden mittlerweile erwartet. Vor zwei Jahren habe ich noch betont, wie wichtig das für die Innovationskraft ist. Heute ist es selbstverständlich, dass Mitarbeitende Transparenz darüber wollen, wie viele Menschen mit Behinderung beschäftigt sind. Dadurch steigt die Mitarbeiterzufriedenheit, und die Unternehmenskultur verändert sich langfristig positiv.

Barbara Redlein Ich möchte zwei Aspekte ergänzen. Erstens: Compliance. Unternehmen, die Inklusion messen, erfüllen Anforderungen an Nachhaltigkeit und Reporting und können ihren Fortschritt dokumentieren. Zweitens: die Kulturebene und die Strahlkraft nach außen. Viele Unternehmen denken, sie tun bereits viel, aber oft fehlt die Substanz. Wenn man zeigen kann, dass man die Anzahl der Mitarbeitenden mit Behinderung erhöht, Trainings durchgeführt oder Netzwerke aufgebaut hat, gewinnt das Unternehmen Glaubwürdigkeit und wird als Arbeitgeber attraktiver. Intern stärkt das die Mitarbeiterbindung und Verweildauer.

W.K. Was du sagst, trifft es genau. Echter Einsatz zeigt sich in glaubwürdigen Reports. Wenn es nichts Positives zu berichten gibt, ist es besser zu sagen: “Wir arbeiten daran.” Social Washing wird genau beobachtet und birgt ein gewisses Risiko für Unternehmen.

Wie stehen die österreichischen Unternehmen im Bereich der Inklusion im internationalen Vergleich da?

W.K. Ein generelles Urteil ist schwierig. Vor zehn Jahren war Inklusion weniger präsent, heute erreicht das Thema mehr Gehör auf Führungsebene. Unternehmen messen ihre Fortschritte besser. Im internationalen Vergleich steht Österreich im guten Mittelfeld, hinter nordischen Ländern und dem angelsächsischen Raum. Im Vergleich zu Deutschland sind wir ähnlich, dort wird die Quote jedoch öfter erwähnt. In der Schweiz gibt es Nachholbedarf bei Diversität und Inklusion, aber multinationale Unternehmen bringen dort immer mehr frischen Wind hinein. Weltweit haben etwa die Hälfte der 200 Länder Quoten.

B.R. In Österreich haben etwa ein Viertel der Bevölkerung gesundheitliche Einschränkungen, was zeigt, wie relevant Inklusion ist. Es ist schwer zu sagen, ob Österreich “gut” oder “schlecht” dasteht, aber wir machen Fortschritte, besonders im Vergleich zur Schweiz, die unterschiedliche Definitionen von Behinderungen hat. Skandinavien ist uns gesellschaftlich voraus. Interessant ist der Vergleich zur USA, vor allem an der Westküste, wo Inklusion stark gelebt und gefordert wird.

Wie können Unternehmen Inklusion effektiv messen? Welche spezifischen Kennzahlen und Indikatoren sollten herangezogen werden, um ein umfassendes Bild zu erhalten?

B.R. Das ist eine große Frage. In der CSRD und ESRS wird die Messung im Sinne der doppelten Wesentlichkeit vorgegeben. Unternehmen sollten Umwelt-, Sozial- und Governance-Kennzahlen nach Wesentlichkeit beurteilen. Dazu gehört der Anteil der Mitarbeitenden mit Behinderung, aber auch Fortschritte bei Barrierefreiheit und Chancengleichheit. Es geht dabei nicht nur um die Quote, sondern um eine umfassende Betrachtung.

W.K. Barbara hat es gut zusammengefasst. Neben der Quote sind auch Faktoren wie das Wissen und die Sensibilisierung der Mitarbeitenden, Barrierefreiheit und interne Netzwerke wichtig. Unser Whitepaper hilft hier, Klarheit zu schaffen. Außerdem ist die internationale Vergleichbarkeit ein Thema, und es gibt Bemühungen, die Berichterstattung weltweit zu synchronisieren.

B.R. Wir appellieren, dass die österreichische Industrie sich verpflichtet, zumindest eine quantitative Zahl zu reporten. Aber es gibt auch Herausforderungen, wie die Dunkelziffer von Menschen, die sich nicht als beeinträchtigt melden. Deshalb ist es wichtig, qualitative Faktoren wie Barrierefreiheit, HR, Bewusstsein und Netzwerke zu berücksichtigen, um ein ganzheitliches Bild zu bekommen. Ein glaubwürdiges Unternehmen sollte qualitativ und quantitativ über Inklusion reporten.

„Unternehmen, die Inklusion ernsthaft verfolgen, gewinnen das Vertrauen ihrer Kund*innen und Mitarbeitenden.“

Welche ersten Schritte können Unternehmen gehen, um Inklusion langfristig sichtbarer zu machen?

B.R. Viele Unternehmen beginnen mit strategischen Zielen auf Führungsebene. Wichtig ist, DEI-Projekte gezielt zu planen, Erfolge zu messen und den Fortschritt transparent zu machen. Oft wird zu viel angefangen, aber wenig strukturiert umgesetzt – hier gilt: Weniger ist mehr.

W.K. Es gibt zwei Ansätze: Unternehmen können ein Self-Assessment durchführen, um ihre aktuelle Situation zu bewerten, oder externe Berater*innen hinzuziehen für eine gründliche Analyse. Alternativ kann man direkt loslegen, etwa durch gezielte Stellenausschreibungen für Menschen mit Behinderung und den Austausch mit anderen Unternehmen.

Wie können Unternehmen von der Zusammenarbeit mit externen Organisationen wie myAbility oder PwC profitieren?

B.R. Das Network Council des myAbility Wirtschaftsforums ist für mich ein wunderbares Beispiel, wie wertvoll der Erfahrungsaustausch zwischen Unternehmen ist. Durch die Zusammenarbeit lernen Unternehmen voneinander und beschleunigen so ihre Entwicklung. Auch wir profitieren von den Erkenntnissen anderer.

W.K. Die Mitglieder des Network Council, UniCredit Bank Austria, PwC, Verbund, REWE und Ikea, haben bereits viel erreicht. Der Austausch sorgt dafür, dass Unternehmen schneller innovative Lösungen finden und ihre Inklusionsprojekte erfolgreicher umsetzen.

B.R. Dieser Austausch strahlt auch auf andere DEI-Dimensionen aus. Ein Beispiel: Vor drei Jahren habe ich ein DEI-Dashboard benötigt, stieß aber auf Herausforderungen wie Datenschutz. Durch den Austausch mit anderen Unternehmen wurde das Projekt schneller und umfassender vorangetrieben, als wir es allein hätten schaffen können. Die Community hat eine Vertrauensbasis geschaffen, auf der viel geteilt wird, was funktioniert und was nicht.

Welche Best Practices haben sich bereits etabliert, um Inklusion in Unternehmen zu messen? Gibt es Beispiele, die ihr hervorheben möchtet?

B.R Ein gutes Beispiel ist die ÖBB, an die ich im Frühjahr den Minerva Award verleihen dürfte. Was mir besonders gefallen hat, war die einfache, aber wirkungsvolle Idee eines Lösungscenters für Inclusion und Diversity. Die Geschäftsführung hat alle Kräfte gebündelt und strukturierte Prozesse für alle DEI-Dimensionen geschaffen. Ein zentrales Ansprechsystem, wie es auch in unserem Whitepaper vorgeschlagen wird, hat bei der ÖBB großen Erfolg gebracht.

W.K. Die ÖBB ist wirklich sehr engagiert und arbeitet auch mit uns zusammen, z.B. bei der Schulung von Zugbegleiter*innen im Umgang mit Fahrgästen mit Behinderung. Andere Unternehmen wie REWE haben ebenfalls beeindruckende Fortschritte gemacht, etwa die Verdopplung der Mitarbeitenden mit Behinderung durch einen strategischen Ansatz. Verbund erfüllt die Quote, arbeitet aber aktiv daran, sie angesichts von Alterung und Pensionierungen zu halten, indem sie auf Retention und Selbstidentifikation setzen. Ikea ist stark zahlenorientiert und hat ein eigenes Reporting-System aufgebaut. Sie treiben sogar ein globales Barrierefreiheitsprojekt voran. Die UniCredit Bank Austria ist vor allem beim Kund*innen-Thema und organisatorisch gut aufgestellt und international Vorreiter.

„Ein glaubwürdiges Unternehmen sollte qualitativ und quantitativ über Inklusion reporten.“

Wie wirkt sich die Inklusion von Menschen mit Behinderungen auf die wirtschaftliche Performance eines Unternehmens aus? Und welche positiven Auswirkungen können Unternehmen erwarten, wenn sie Inklusion messen?

B.R. Inklusion stärkt langfristig die Mitarbeiterbindung. Zufriedene Mitarbeitende bleiben länger, was Stabilität und Wachstum fördert. Studien belegen, dass dies langfristig zu stabilem Unternehmenswachstum führen kann.

W.K. Es ist mir wichtig, das wirtschaftlich greifbar zu machen. Unternehmen, die Inklusion ernsthaft verfolgen, gewinnen das Vertrauen ihrer Kund*innen und Mitarbeitenden, was sich positiv auf den Geschäftserfolg auswirkt.

B.R. In den kommenden Jahren wird man das auch im Kaufverhalten sehen, da Kund*innen zunehmend Unternehmen bevorzugen, die soziale Verantwortung übernehmen.

Welche Vorteile ergeben sich daraus für die externe Kommunikation und das Employer Branding? Stichwort Fachkräftemangel.

B.R. Unternehmen müssen sich klar positionieren und überlegen, wo sie sich im DEI-Bereich nach außen profilieren können. Der Druck steigt, da Kund*innen, Lieferant*innen und Mitarbeitende vermehrt soziale Verantwortung fordern. Es ist nicht nur eine Frage des Employer Brandings, sondern des allgemeinen Marktauftritts – das Risiko für das Image wird größer, wenn Unternehmen nicht als sozial verantwortlich wahrgenommen werden.

W.K. Ein weiterer Aspekt ist, dass übertriebene Diversity-Kommunikation manchmal kritisch gesehen wird. Bei Inklusion und Barrierefreiheit geht es aber um Menschlichkeit und Würde, und genau das wird in Zukunft wichtiger. Diese Themen zahlen direkt auf das Employer Branding ein und schaffen Stabilität in der gesamten DEI-Diskussion.

B.R. Aus Abschlussprüfer*innen-Perspektive sehe ich, dass Unternehmen immer stärker dazu verpflichtet sind, ihre nicht-finanziellen Kennzahlen, wie Inklusion, korrekt zu erfassen. Öffentliche Ausschreibungen fordern zunehmend den Nachweis von Inklusionsprojekten. Unternehmen tun gut daran, diese Berichte so akkurat zu gestalten wie finanzielle Kennzahlen, da dies der “State of the Art” wird.

Was sind die wichtigsten Erfolgsfaktoren für Inklusionsprojekte in Unternehmen?

B.R. Der wichtigste Erfolgsfaktor ist das Engagement der Geschäftsführung. Ohne die Unterstützung von oben wird es schwer, das Thema nachhaltig zu verankern. Führungskräfte müssen als Vorbilder agieren. Gleichzeitig braucht es leidenschaftliche, professionelle Teams, die das Thema vorantreiben. Ein weiteres Erfolgsrezept ist die Einrichtung von Netzwerkstrukturen, wie einem Disability Manager oder Employee Resource Groups. Diese schaffen Sichtbarkeit, fördern den Austausch und treiben wichtige Themen im Unternehmen voran.

W.K. Ein starker “Tone from the Top” ist entscheidend, besonders bei Change-Projekten. Führungskräfte müssen nicht nur im Strategiepapier Inklusion betonen, sondern auch durch ihr Handeln Vorbild sein. Mitarbeitende beobachten sehr genau, ob das, was gesagt wird, auch umgesetzt wird. Es geht darum, ehrgeizige Ziele zu setzen und die Themen authentisch zu kommunizieren.

B.R. Dabei hilft es enorm, dass wir uns immer mehr auf Daten, Zahlen und KPIs stützen können. Führungskräfte müssen nicht alles perfekt beherrschen, solange sie sich an messbaren Zielen orientieren – eine sehr positive Entwicklung.

Inwieweit können die Regularien als Katalysator für langfristige Inklusionsmaßnahmen dienen?

B.R. Ich glaube, die Regularien bewegen sich in die richtige Richtung. Sobald Unternehmen die doppelte Wesentlichkeit verstanden haben und wissen, was sie tun müssen, entsteht automatisch Druck – sei es durch den Vergleich mit der Konkurrenz oder durch Stakeholder-Analysen. Unternehmen, die bereits gut aufgestellt sind, sollten sich in Netzwerken engagieren und ihre Erfolge sichtbar machen, denn es gibt inzwischen viele Plattformen dafür. Für Firmen, die noch nicht so weit sind, ist es wichtig, nur das zu berichten, was sie wirklich umsetzen. Transparenz und Prüfungen werden sicherstellen, dass falsches Branding schnell auffällt und das Image schaden kann. Initiativen wie die Diversity Leaders Challenge zeigen, wie wichtig solche Auszeichnungen sind. Je mehr Unternehmen teilnehmen, desto besser für die Gesellschaft. Besonders beeindruckend finde ich Beispiele aus kleineren Regionen, wie ein KMU, das 10 Lehrlinge hat, von denen die Hälfte eine Behinderung hat. Solche Best Practices gehören stärker hervorgehoben, auch abseits der großen Städte.

Gibt es also noch deutliche Unterschiede zwischen städtischen und ländlichen Regionen?

B.R. Ja, das sehen wir deutlich, zum Beispiel beim Austrian Leading Companies Award (ALC). In manchen Bundesländern ist die Einreichquote so niedrig, dass wir uns manchmal fragen müssen, ob wir den Preis in der Region überhaupt vergeben können, wenn es nur zwei Bewerber gibt. Das ist dann leider nicht wirklich aussagekräftig, und das bedauere ich persönlich sehr.

Fehlt hier die Awareness in der Gesellschaft allgemein oder in den Unternehmen?

B.R. Ich lehne mich jetzt etwas aus dem Fenster, aber ich denke, Unternehmen spiegeln oft gut wider, was in der Gesellschaft passiert. Häufig hört man dann Aussagen wie: “Wir müssen sparen” oder “Unser Betrieb hat rote Zahlen, wir können uns nicht auch noch um Diversität oder Inklusion kümmern.” Das Bewusstsein ist regional unterschiedlich stark ausgeprägt, und in manchen Gegenden gibt es definitiv noch viel Widerstand gegen solche Themen.

Wie kann man diese Unternehmen abholen?

B.R. Man sollte gezielt aus diesen Regionen mehr Einreichungen fördern, um Sichtbarkeit zu schaffen. Es ist wichtig, positive Beispiele hervorzuheben, anstatt sich auf das Negative zu konzentrieren. Die Vorreiter sollten in den Vordergrund gestellt werden, um andere zu ermutigen und die Erfolgsgeschichten zu erzählen. Ob das dann die Gesellschaft oder die Unternehmen beeinflusst, lässt sich kaum trennen – beides hängt zusammen.

W.K. Große Organisationen haben oft mehr Ressourcen, um sich fokussiert mit Inklusion zu beschäftigen. Bei kleineren Unternehmen hängt es oft vom persönlichen Einsatz der Geschäftsführung ab. Um hier weiterzukommen, sollte man klare Orientierung geben und zeigen, dass Inklusion in überschaubaren Schritten umsetzbar ist. Damit nimmt man die Angst, dass es ein Fass ohne Boden wird. Es braucht viel Kleinarbeit, aber es gibt schon positive Beispiele, wie den Austrian Leading Companies Award oder Initiativen des österreichischen Staates, der seit ein, zwei Jahren gezielt KMUs unterstützt, um Inklusion voranzubringen.

Welche Herausforderungen sehen Sie bei der Umsetzung der CSRD/ESRS-Anforderungen?

B.R. Eine der größten Herausforderungen, die wir im Whitepaper angesprochen haben, ist die Datenbeschaffung. Nicht jeder Mitarbeitende hat einen Feststellungsbescheid, und die Grundkennzahlen sind schwer zu erheben. Anonyme Mitarbeiterumfragen könnten helfen, aber das erfordert Vertrauen, und nicht jedes Unternehmen kann dies leisten. Ein weiteres komplexes Thema ist die Erfassung von Neurodiversität, wie Autismus, da diese Bereiche noch kaum berücksichtigt werden. Hier wird die große Herausforderung sein, wie man solche Daten anonym und vertrauensvoll erfasst.

W.K. Ein weiteres Problem ist die Vergleichbarkeit über Regionen hinweg. Es wäre ideal, wenn wir einheitliche Standards für die Berichterstattung und Messung hätten, anstatt dass jedes Land eigene Ansätze verfolgt. Deshalb haben wir uns entschieden, frühzeitig unser Whitepaper zu veröffentlichen, um Diskussionen anzuregen und grobe Bereiche herauszuarbeiten. Es ist wichtig, dass diese Themen nicht zu kleinteilig behandelt werden, damit wir sinnvolle und vergleichbare Kennzahlen haben. Ein weiteres Thema ist der Datenschutz, insbesondere im Kontext Behinderung – hier müssen wir achtsam sein.

B.R. Im Whitepaper haben wir einen klaren Fahrplan für Österreich geliefert. Es ist eine machbare Aufgabe, aber man sollte bedenken, dass Inklusionskennzahlen über zwei bis drei Jahre gemessen werden müssen. Anders als CO2-Daten erfordert das mehr Trendanalysen und qualitative Beschreibungen. Diese langfristige Analyse wird von vielen Unternehmen oft unterschätzt – es wäre besser, schon gestern damit angefangen zu haben.

W.K. Ich sehe hier großes Potenzial, sogar einen Game Changer im Bereich Inklusion. Wenn wir es schaffen, die Bewertungen von Jurys oder Einreichungen bei Awards wie dem ALC mit einem einheitlichen Framework zu verbinden, wäre das ein großer Schritt. Momentan gibt es unterschiedliche Ansätze – ein Unternehmen arbeitet etwa an Gehörlosigkeit, ein anderes an Neurodivergenz. Mit einem klaren Gerüst könnten wir diese Initiativen besser vergleichen und bewerten. Das Whitepaper bietet hier eine Lösung und könnte zu einem Standardwerk werden.

Whitepaper: ESG Reporting & Inklusion

Zu den Personen:

Barbara Redlein ist Partnerin bei PwC Europe. Sie ist Risk Assurance Leaderin für PwC Österreich und Mitglied des Assurance Leadership Teams. Zudem leitet die Inclusion & Diversity Initiativen für PwC Österreich.

Wolfgang Kowatsch ist Gründungsmitglied Co-Founder und Managing Partner bei myAbility, der innovativen, sozialen Unternehmensberatung für Chancengerechtigkeit und eine barrierefreie Gesellschaft aus der Wirtschaft heraus, sowie Co-Founder und Board Member von Tech2People.

Generationenvielfalt: So profitieren Unternehmen

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Am 10. September trafen sich HR- und Diversity-Verantwortliche zum weconomy “Diversity Leaders Exchange”. Im Mittelpunkt der Online-Veranstaltung stand die Frage, wie Unternehmen die Herausforderungen des demografischen Wandels meistern und von einer altersgemischten Belegschaft profitieren können.

Generationenvielfalt als Schlüssel

Irène Kilubi, Gründerin von JOINT GENERATIONS, brachte es in ihrem Impulsvortrag auf den Punkt: „Wir befinden uns mitten im demografischen Wandel. Unternehmen müssen lernen, Generationen miteinander zu verbinden, um zukünftigen Arbeitskräftemangel zu verhindern.“ Der Mix aus Babyboomern, Gen X, Y und Z bringt unterschiedliche Bedürfnisse, Werte und Erwartungen mit sich – und genau hier liegt die Herausforderung.

Altersdiskriminierung und Vorurteile überwinden

Laut einer aktuellen Studie sehen 46 % der Unternehmen Schwierigkeiten darin, die Ansprüche und Arbeitsweisen der verschiedenen Generationen unter einen Hut zu bringen. Altersdiskriminierung, auch „Ageism“ genannt, ist in vielen Bereichen ein ernstes Problem. Dabei liegt der Schlüssel in der Überwindung von Vorurteilen und Stereotypen durch Empathie und gegenseitigen Respekt. Besonders wichtig: Die Perspektiven jeder Generation zu schätzen und die Stärken in die Unternehmenskultur zu integrieren.

Best Practices und konkrete Ansätze

Dass das keine Theorie bleiben muss, zeigten die vorgestellten Best Practices durch Johanna Kleinfercher-Alberer (Head of HR-Management, Bundesministerium für Arbeit und Wirtschaft), Margit Latschen (Director Business Unit, MSD Austria) und Eva-Maria Petz (Bereichsleiterin Pflege Interne II + III, Nephrodialyse, Universitätsklinikum AKH Wien) gemeinsam mit Kommunikations- und Diversitätsexpertin Gabriele Strodl-Sollak (Sollak Kommunikationsarchitekten).

Das Bundesministerium für Arbeit und Wirtschaft (BMAW) und MSD Austria setzen bereits auf innovative Lösungsansätze. So hat das BMAW ein Übergangsmanagement eingeführt, das Mitarbeiter*innen über 50 gezielt unterstützt und ein strukturiertes On- und Offboarding bietet. MSD Austria wiederum fördert den generationenübergreifenden Austausch durch sogenannte „Listening Circles“ und eine angepasste Homeoffice-Policy, die auf das Feedback aller Altersgruppen eingeht.

Auch das Universitätsklinikum AKH Wien hat erkannt, wie wertvoll eine gute Zusammenarbeit zwischen Jung und Alt ist. Gabriele Strodl-Sollak thematisiert in Workshops zum Thema „Generationsübergreifendes Führen“ die unterschiedlichen Bedürfnisse der Altersgruppen und schult gezielt die Führungskräfte zu diesem gerade im Pflege- und Gesundheitsbereich so wichtigen Thema.

Die Rolle der Führungskräfte wurde ebenfalls intensiv beleuchtet. Besonders in altersgemischten Teams ist es entscheidend, dass Führungskräfte die unterschiedlichen Anforderungen der Generationen verstehen und aktiv fördern. Regelmäßiges Feedback, das auf die Bedürfnisse jüngerer Mitarbeiter*innen abgestimmt ist, spielt dabei eine wichtige Rolle.

Fazit: Generationenvielfalt als Stärke nutzen

Am Ende stand eine positive Erkenntnis: Die Brücke zwischen den Generationen zu schlagen, ist nicht nur eine Herausforderung, sondern eine Chance. In der Abschlussdiskussion wurde klar, dass Unternehmen, die auf generationenübergreifende Zusammenarbeit setzen, nicht nur den Arbeitskräftemangel bewältigen, sondern auch innovativer und widerstandsfähiger werden.

Der Austausch zwischen Expert*innen, Unternehmen und Teilnehmenden zeigte, dass es nicht nur darum geht, die Lücken im Arbeitsmarkt zu füllen – sondern auch darum, wie Generationen voneinander lernen und gemeinsam wachsen können.

Wie Inklusion gelingt

Lena Öllinger erzählt und erzählt und erzählt. Von den Anfängen im Handel, einem klassischen Student*innenjob neben dem Studium, von den 1,5 Jahren bei einem Anwalt. Von der Zeit bei der Caritas, vom Wechsel in den Gesundheitsbereich und den Führungspositionen, die sie später innehatte. Eine richtige Karriere, sowas wünscht sich jede*r. Vorgesehen? Wäre die für Öllinger eigentlich nicht gewesen, also zumindest, wenn es nach einem Gutachter geht, dem Öllinger vor sehr vielen Jahren begegnet ist. Der hat sie maximal in einer geschützten Werkstätte gesehen. Warum? Weil Lena Öllinger beeinträchtigt ist.

Öllinger leidet unter dem sogenannten „Usher“-Syndrom – das heißt, die Seh- und Hörfähigkeit ist massiv beeinträchtigt. „Taubblind“ nennt Öllinger das selbst – und hätte sie vorhin nicht erzählt, dass sie das Telefon gerade auf Lautsprecher geschaltet hat, damit die Dame, die mit im Büro sitzt, dolmetschen kann, man würde das am Telefon überhaupt nicht merken. Zwischen 15 und 20 Prozent der Menschen in Österreich leben mit einer Behinderung, das sind rund 1,6 Millionen Personen; Frauen, Männer, Kinder. In der Schweiz sind es rund 1,4 Millionen, in Deutschland 7,8 Millionen Menschen. Das ist nicht nichts – trotzdem haben es Menschen in ihrem Alltag – und vor allem auf dem Arbeitsmarkt – immer noch schwer, auch, wenn sich hier in den vergangenen Jahren viel bewegt hat.

Der Diskurs in Sachen Diskriminierung, Diversität und Inklusion ist in der breiten Öffentlichkeit angekommen, immer mehr Unternehmen merken, wie groß das Thema Barrierefreiheit für Kund*innen ist und setzen gleichzeitig verstärkt auf Mitarbeiter*innen mit Beeinträchtigungen. So wie zum Beispiel die REWE-Group.

Klares Signal

Wann der richtige Moment gekommen war, das weiß man bei REWE nicht mehr so genau, aber das ist vielleicht auch gar nicht so wichtig. Spätestens im Jahr 2015 stand für den Konzern fest, dass man sich klar bekennen wolle. Damals führte die Gruppe – zu ihr zählen Geschäfte wie Billa, Penny, BIPA und ADEG – die sogenannte „Disability Charter“ ein: eine gemeinsame und klare Vision der Vorstände und Mitarbeiter*innen aller REWE-Filialen, die sich zur Inklusion von Menschen mit Behinderungen verständigt.

Damit waren nicht nur die eigenen Mitarbeiter*innen gemeint, sondern auch die Kundinnen und Kunden der Filialen. „Wir sind von unseren Kund*innen ausgegangen und haben erstmal versucht, überall Barrierefreiheitsstandards zu implementieren“, sagt Sandra Edelmann, Diversity & Inclusion Managerin bei REWE. „Wir wollten aber mehr erfüllen als die baulichen Standards.“ Einkaufswägen für Rollstuhlfahrer*innen wurden in den Filialen angeboten oder bessere Kontraste an Preisschildern und Obst-/ Gemüsewaagen für Menschen mit Seheinschränkungen.

In manchen Märkten ist Einkaufen zur „stillen Stunde“ möglich – für reizempfindliche Menschen oftmals eine Erleichterung.

„Dann haben wir weitergeschaut und uns auch an Menschen mit konkreteren Bedürfnissen gerichtet.“ Was Edelmann genau damit meint? In zehn Märkten in ganz Österreich ist beispielsweise zu bestimmten Uhrzeiten der Einkauf zur „stillen Stunde“ möglich. Das ist vor allem für reizempfindliche Menschen, sehr oft Menschen mit Autismus, eine Erleichterung. Dazu wird in einem definierten Zeitfenster die Hintergrundmusik abgedreht, das Piepsen an der Kassa reduziert und die Beleuchtung gedimmt. „Ausgehend von unseren Märkten haben wir dann begonnen, unsere Website gemeinsam mit der Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen nach internationalen Standards der Barrierefreiheit von Menschen mit Behinderungen auditieren und zertifizieren zu lassen“, so Edelmann weiter.

Davon ausgehend, sind irgendwann immer mehr die eigenen Mitarbeiter*innen in den Fokus gerückt. Mittlerweile arbeiten rund 800 beeinträchtigte Menschen in den unterschiedlichsten Positionen bei REWE. „Vor allem unsere größte Handelsfirma BILLA geht hier als Positivbeispiel der Inklusion voran“, sagt Edelmann. „Aber auch BIPA konnte den Anteil an Mitarbeiter*innen mit Behinderungen zuletzt deutlich steigern.“ Vom chronisch kranken Kollegen in der IT über einen autistischen Mitarbeiter im Aktionsmanagement bis hin zur kleinwüchsigen Kollegin an der Feinkosttheke und dem schwerhörigen Lehrling – „all diese Menschen bereichern unser Team Tag für Tag.“

Sensibilisierung durch Workshops

Was sich auf den ersten Blick alles sehr toll und vielleicht auch einfach liest, das
braucht eine lange und gute Vorbereitungszeit, und kein Unternehmen schafft die Umstellung hin zu mehr Inklusion völlig alleine. Deshalb gibt es Menschen wie Lena Öllinger, die Unternehmen beraten. Seit fünfeinhalb Jahren arbeitet Öllinger als Senior Disability Management Consultant für „MyAbility“ – ein Social Enterprise, das sich für eine chancengerechte und barrierefreie Gesellschaft einsetzt. Auf dem Weg zu mehr Inklusion steht Öllinger mit Rat und Tat zur Seite, egal, ob das ein kleines Start-up ist oder ein großer Konzern wie die ÖBB, egal, ob in Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Das beginnt bei der barrierefreien Gestaltung von Gebäuden, geht mit Recruiting- und Strukturierungsmaßnahmen weiter – also: Wie komme ich als Unternehmer*in an Menschen mit Behinderungen und wie gehe ich richtig mit ihnen um – bis hin zu Sensibilisierung und Workshops.

Die Teilnehmer*innen lernen Menschen mit Behinderungen kennen, und dann findet ein Austausch statt. Damit sollen Vorurteile entkräftet und Ängste genommen werden – die Teilnehmer*innen können Fragen stellen, und das in einem geschützten Rahmen.

„Viele Unternehmer*innen unterschätzen den Aufwand, der da auf sie zukommt. Zum Beispiel muss man ein Team, in dem Menschen mit Behinderungen arbeiten, anders führen als eines ohne.“ Die erste Bestandsaufnahme erfolge jedenfalls immer in Workshops, sagt Öllinger. Da geht es in erster Linie viel um Daten, Fakten und Informationen. Sie dienen vor allem dazu, sich anzuschauen, was im Unternehmen bereits da ist und wo Verbesserungsbedarf herrscht. Dann gibt es noch einen sozialen Teil. Was das heißt? „Die Teilnehmer*innen lernen Menschen mit Behinderungen kennen, und dann findet ein Austausch statt. Damit sollen Vorurteile entkräftet und Ängste genommen werden – die Teilnehmer*innen können Fragen stellen, und das in einem geschützten Rahmen.“

Das Unternehmen SPAR hat, genauso wie Billa, all diese Stationen bereits durchlaufen. Verbesserungspotenzial? Gäbe es immer. Auch bei SPAR werden übrigens, genau wie bei Billa, Menschen mit Behinderung direkt vor Ort und in den Märkten eingesetzt „Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Behinderung übernehmen bei SPAR Aufgaben in den Supermärkten, von der Regalbetreuung bis zur Kassa“, sagt Nicole Berkmann, Sprecherin bei SPAR. Filialen in Tirol und Oberösterreich wurden bereits für ihr inklusives Engagement ausgezeichnet.

Externe Beratungsdienste

Was Billa und SPAR außerdem gemeinsam haben? Beide arbeiten mit dem externen Beratungsdienst NEBA zusammen – dem Netzwerk berufliche Assistenz. NEBA bündelt verschiedenste Unterstützungsleistungen, die sowohl Menschen mit Behinderung als auch ausgrenzungsgefährdete Jugendliche in Anspruch nehmen können – völlig kostenlos. Finanziert wird NEBA über das Sozialministeriumsservice. „An NEBA können sich auch Unternehmen wenden, die Mitarbeiter*innen mit Beeinträchtigung suchen“, sagt Sabine Knopf von der Sozialministeriumsservice Landesstelle Wien. „Personen, die noch nie mit Menschen zu tun hatten, die eine Beeinträchtigung haben, können sich im ersten Moment gar nicht vorstellen was das heißt – das ist ja auch ganz normal.“

Auch Knopf betont, genauso wie Lena Öllinger, wie wichtig die Vorbereitung ist. Um Unternehmer*innen klarzumachen, dass beeinträchtige Jugendliche für eine Lehre eben nicht nur drei Jahre brauchen werden, sondern länger. Oder was denn eigentlich geleistet werden kann und was nicht. Auch geht es um den rechtlichen Rahmen, über den aufgeklärt werden muss – sowohl für Arbeitgeber*innen als auch für Arbeitnehmer*innen. Martina Rühmkopf ist selbst Unternehmerin und Franchise-Nehmerin von zwei SPAR-Filialen – arbeitet aber außerdem auch für das gemeinnützige arbeitsmarktpolitische Projekt „Trendwerk“. Sie selbst hat in zwei SPAR-Filialen zwei Jugendliche mit Down-Syndrom ausgebildet, sie kennt die Herausforderungen, die auf Seiten der Arbeitgeber*innen liegen.

„Die Bereitschaft vieler Unternehmen steigt, aber das liegt auch an der Quotenregel“, sagt Rühmkopf. Unternehmen ab einer Größe von 50 Mitarbeiter*innen sind verpflichtet, Menschen mit Behinderungen aufzunehmen. „Ich selbst sehe es als Arbeitgeberin als meine Pflicht und als sozialen Auftrag. Den nehme ich ernst. Aber einfach wird es den Unternehmer*innen nicht gemacht, weil die Bürokratie schon enorm ist. Und man muss es sich leisten können, das ist gerade für kleinere Unternehmen schwierig.“

Auch bei REWE räumt man ein, dass Inklusion nicht immer so einfach ist. „Inklusion passiert nicht im luftleeren Raum, daher stehen wir, was die Inklusion betrifft, vor ähnlichen Herausforderungen wie wir sie allgemein sehen: Abgelegene Standorte im ländlichen Raum, die keine öffentliche Verkehrsanbindung haben, sind nicht nur ökologisch, sondern auch sozial problematisch. Große Pensionierungswellen bedeuten auch oft, dass wir wieder Mitarbeiter*innen mit Behinderungen verlieren. Auch deshalb ist es uns wichtig, junge Menschen und Lehrlinge mit Behinderungen gezielt an zusprechen“, so Diversity Managerin Sandra Edelmann.

„Gleichzeitig wird es eng in den Städten, was für die Barrierefreiheit etwa in Altbauten schwierig werden kann. BIPA ist daher gerade dabei, einen Barrierefreiheits-Hub in der Wiener Innenstadt zu schaffen, bei dem Möglichkeiten zur Verbesserung der Barrierefreiheit in der Filiale getestet werden.“ Auch auf das Verständnis der Kund*innen sei man angewiesen: „Schwerhörige Mitarbeiter*innen können zum Beispiel nicht helfen, wenn sie von hinten angesprochen werden. Hier braucht es Geduld auf allen Seiten.

Kein Opferstatus

Inklusion und Diversität sind jedenfalls in den Unternehmen angekommen – egal, ob durch freiwillige Bereitschaft, wirtschaftlichen Druck oder Quote. Fakt ist, dass die Auswirkungen am Arbeitsplatz für alle Beteiligten und auch auf Kund*innen positiv sind, wenn Menschen mit Behinderung Teil des Teams sind – das belegen Studien. Nicht nur ist die Loyalität zu einem Unternehmen höher, weil es sozialer wird – auch Teams hätten einen stärkeren Zusammenhalt und profitierten in der Konfliktbewältigung. „Menschen mit Behinderungen wollen als ganz normale Menschen mit Bedürfnissen wie jede*r andere wahrgenommen werden“, sagt Lena Öllinger.

„Ja, wir haben eine Behinderung, aber wir sind nicht arm und auch keine Opfer – leider stellen die Medien das oft so dar.“ Menschen mit Behinderungen repräsentieren die gleichen Bedürfnisse, Werte und Einstellungen wie auch der Rest der Gesellschaft: „Wir sind loyal, fleißig, es gibt auch arbeitsscheue Menschen mit Behinderung. Das ist ganz normal und Teil der Realität.“ Wo Unternehmen in Sachen Inklusion in zehn Jahren stehen werden? „Unternehmen, die Inklusion nicht leben, werden in zehn Jahren einen wirtschaftlichen Nachteil haben, davon bin ich überzeugt“, sagt Öllinger. Und wo wird die Gesellschaft stehen? „Ich wünsche mir, dass jeder Mensch als das gesehen wird, was er ist: als Mensch. Egal, ob er eine Behinderung hat oder nicht.“

 

Inklusion im Großen – und im Kleinen

Karin Praniess von „Zero Project Unternehmensdialoge“ hat für uns Unternehmen kuratiert, die Inklusion leben. Mit dem „Austrian Leading Company“-Award vergibt „Zero Project“, initiiert von Unternehmer Martin Essl, jedes Jahr einen Inklusions-Award.

  • Denn’s Biomarkt: Zehn Standorte des Bio-Markts gibt’s in Wien, mindestens zwei Mitarbeitende pro Markt sind Menschen mit Behinderung.
  • MVG Tabakmonopolverwaltung: Das größte Netzwerk beeinträchtigter Menschen am Arbeitsmarkt: Trafiken werden meist an Menschen mit Behinderungen vergeben, die ihrerseits wieder Menschen mit besonderen Bedürfnissen anstellen.
  • Marienapotheke: Die Apotheke hat einen gehörlosen Apotheker angestellt und drei Pharmazeutisch-kaufmännische Asisstent*innen mit Beeinträchtigung in Ausbildung. Gutes Beispiel, welchen wirtschaftlichen Vorteil das haben kann: Aus ganz Österreich kommen Menschen, die selbst gehörlos sind, um sich beraten zu lassen.
  • Redaktion andererseits: Menschen mit und ohne Behinderung machen Medien.
  • LKH Feldkirch: Ein junger Mann mit Down-Syndrom bringt die Besucher*innen zu den Patient*innen.
  • Firma Jungwirth Betonwerk: kleine Baufirma, die zwei Mitarbeitende mit Down-Syndrom
    beschäftigt.
  • Videbis: stellt Brillen und Lesegeräte für blinde und sehbehinderte Menschen her, 30 Prozent der Mitarbeitenden haben selbst eine hochgradige Sehbehinderung.

Start der Diversity Leaders Challenge 2025

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Weconomy wurde 2022 aus dem Bedürfnis heraus gegründet, den Mehrwert von gelebter Vielfalt, Teilhabe und Inklusion in Organisationen und Unternehmungen nach außen hin sichtbar zu machen. Und zwar nicht primär von einem sozialpolitischen Standpunkt aus, für den es zweifellos ganz viele Argumente gibt, sondern ganz bewusst aus einem unternehmerischen.

Der positive Effekt von Diversity, Equity & Inclusion (kurz DEI) Initiativen auf die Geschäftsentwicklung ist inzwischen vielfach belegt. Unternehmen mit diversen Teams verzeichnen etwa eine 1,32-fach höhere Produktivität (BCG, 2018). Zudem sind Vielfalt und Gleichberechtigung für 67 Prozent der Bewerber*innen ein wichtiger Faktor, sich für einen Arbeitgeber zu entscheiden (Glassdoor, 2020). Eine 2021 erhobene Studie (Richard et. al, Academy of Management Journal) zeigt, dass ein höherer Anteil von weiblichen Führungskräften mehr Kapital fließen lässt: Unternehmen mit einem Frauenanteil von mindestens 20 Prozent in Führungspositionen erzielen einen um 2,04 Pronzet höheren Cashflow.

Eine weitere Studie von McKinsey (Diversity Wins – How Inclusion Matters, 2020) kommt sogar zu dem Schluss: je diverser, desto profitabler. Aus den Studien-Daten, für die mehr als 1.000 Unternehmen in 15 Ländern analysiert wurden, geht klar hervor, dass Unternehmen mit hoher Gender-Diversität eine um 25 Prozent und damit signifikant größere Wahrscheinlichkeit haben, überdurchschnittlich profitabel zu sein (2014 lag der Wert noch bei 15 Prozent). Beim Faktor der ethnischen Diversität (Internationalität des Vorstands) ergibt sich sogar ein noch prägnanteres Bild, hier liegt der Wert bei 36 Prozent.

Gelebte Vielfalt statt Lippenbekenntnisse

Der entscheidende Faktor, um DEI in Unternehmen und damit auch den Geschäftserfolg nachhaltig voranzutreiben, ist eine inklusive Unternehmenskultur.

Und genau an diesem Punkt setzt auch das Herzstück von Weconomy, unsere Diversity Leaders Challenge an. Mit der Unterstützung unserer Partner PwC, Coca Cola HBC, Beekhuis Performance Consulting und Ketchum konnten wir in den vergangenen beiden Jahren über 100 Unternehmen dazu motivieren, sich der Herausforderung zu stellen, ihre Aktivitäten für mehr Vielfalt und Inklusion für den Bewerb einzureichen und anschließend von unserer Expert:innen-Jury evaluieren zu lassen.

Eine von Ketchum & PwC begleitend zur Challenge durchgeführte repräsentative Studie zum Thema “Vielfalt am österreichischen Arbeitsmarkt” brachte außerdem zutage, dass sich 60 Prozent der Arbeitnehmenden in AT mehr Vielfalt am Arbeitsplatz und 70 Prozent sogar ein klares Bekenntnis ihres Arbeitgebers gegen Rassismus wünschen. Außerdem sprechen sich mehr als 40 Prozent für eine verpflichtende Frauenquote in Führungspositionen aus. Soweit, so positiv.

DLC 2025 – Preise & Kategorien

In diesem Jahr werden wie schon im Vorjahr nicht nur singuläre DEI Initiativen (Kategorie: bis 500 Mitarbeitende & Unternehmen über 500 Mitarbeitende) mit dem “Diversity Leader Award” prämiert, sondern es wird zusätzlich auch wieder der “Diversity Champion Award” (Kategorie: bis 500 Mitarbeitende / über 500 Mitarbeitende) vergeben. Die 10 innovativsten DEI-Initiativen und die 10 DEI-Champions, die von unserer Jury ausgewählt wurden, gehen dann ins Rennen um die begehrten Minerva Awards. Außerdem werden alle Unternehmen, die es auf die Shortlist geschafft haben, im Rahmen der Gala mit einer Urkunde geehrt.

Um die eingereichten DEI-Maßnahmen besser vergleichen und die Selektionskriterien möglichst transparent darstellen zu können, haben wir uns für einen zweistufigen Bewerbungsprozess entschieden, der wie schon im Jahr zuvor via Online-Formular durchgeführt werden kann.

Einreich- & Bewertungsprozess

Modul 1 (der erste Abschnitt) des Einreich-Formulars ist bewusst niederschwellig gehalten und richtet sich an alle Unternehmen – auch jene, die erst am Anfang ihrer DEI-Reise stehen.

Für Modul 2, das Rennen um den “Diversity Champion Award”, qualifizieren sich nur Organisationen, die im DEI-Prozess schon weiter fortgeschritten sind. Ob eine Teilnahme an Modul 2 in Frage kommt, kristallisiert sich während des Einmeldeprozesses im ersten Abschnitt heraus.

Das dahinter liegende Ziel: möglichst viele KPIs zu erheben, die für eine fortschrittliche DEI-Strategie maßgeblich sind und die resultierenden Erfolge objektiv nachvollziehbar machen.

Bis 30. Oktober 2024 können Unternehmen ihre Aktivitäten im Bereich Diversity, Equity and Inclusion (DEI) einreichen, um sich für die Diversity Leaders Challenge 2025 zu qualifizieren. Die eingereichten Initiativen werden von Oktober bis Ende November von der Expert:innen-Jury nach einem Punkteschlüssel bewertet. Dabei wird besonders auf Innovation, den Mehrwert für das Unternehmen bzw. die Mitarbeiter:innen und die Übertragbarkeit auf andere Unternehmen gelegt. Anschließend werden die Unternehmen, die es auf die Short-List geschafft haben, in Kategorien und Unternehmensgröße geclustert.

Die diesjährige Jury bilden die DEI-Expert*innen Hermann Sporrer (sheconomy & WEconomy), Michaela Ernst (sheconomy & WEconomy), Nicole Prieller (PwC), Wolfgang Kowatsch (MyAbility), Alžbeta Takáčová (Coca-Cola HBC), Pamela Rath (newworktoday & sheconomy), Julia Kreyler-Valsky (Inclusion Indicator), Barbara Buzanich-Pöltl (Neuwaldegg), Christian Berger (WU Wien), Anke van Beekhuis (Beekhuis Performance Culture), Manisha Joshi (Ketchum), Ali Mahlodji (futureOne) und Martina Ernst (SalaryNegotiations.).

Am 10. Dezember findet im DC Tower unser Diversity Leaders Summit statt, bei dem einerseits unsere Weconomy Ausgabe feierlich präsentiert und andererseits die von der Jury gekürte Shortlist der DLC 2025 bekannt gegeben wird.

Voices 4 Diversity 2024: Frauen – Teil 2

Volker Baisch (D)

Väter gGmbH: Gründer & Geschäftsführer

Mitarbeiter*innen: 10

Mehr als zehn Jahre ist es her, dass Volker Baisch, das Unternehmensnetzwerk conpadres gegründet hat. Das Ziel: Väter in ihrer Rolle zu empowern und Unternehmen zu unterstützen, neue Vereinbarkeits- und Elternzeitmodelle zu entwickeln. Heute werden rund 35 Mitgliedsunternehmen – Landesbanken, Stadtwerke, große, internationale DAX-Konzerne – vomconpadres-Team beraten. Was Volker Baisch und sein Team antreibt? „Der feste Glaube daran, dass wir gemeinsam die Zukunft sozial nachhaltiger und gleichberechtigter gestalten können, von der sowohl Unternehmen als auch Väter und Mütter profitieren werden.“

LinkedIn Profil von Volker Baisch

Simone Carstens (D)

Deutsche Telekom Privatkunden-Vertrieb GmbH: Geschäftsführerin Operatives Geschäft & Finanzen; Deutsche Telekom Service GmbH: Aufsichtsrätin

Mitarbeiter*innen: 3.000

Im Dezember 2021 brachte das Unternehmen mit der Kampagne „Connected as One“ die überarbeitete, konzernweite Diversity-Richtlinie heraus. Simone Carstens möchte beim Thema Diversity selbst Vorbild sein, sie ist Mentorin für Talente und setzt bewusst auf diverse Teams. Ein echter Gamechanger: Ihre Erfahrungen als Kind von Eltern mit Migrationshintergrund aus einer klassischen Arbeiterfamilie und ihre Herausforderungen im beruflichen Alltag als Mutter von zwei kleinen Kindern.

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Michelle Euzet (D)

EUZET CONSULTING: Gründerin und CEO

Mitarbeiter*innen: 1

20 Jahren als Führungskraft in altansässigen, männerdominierten, ingenieursgetriebenen B2B-Konzernzentralen liegen hinter ihr, dann kam der Schritt in die Selbständigkeit mit ihrem Unternehmen EUZET CONSULTING. Nicht, weil sie den Umfeld den Rücken kehren wollte, ganz im Gegenteil: „Ich mag und bewundere diese geschichtsträchtigen Hidden Champions:“ Ihr größter Diversity-Erfolg: Die Kooperation mit der Haufe Akademie, Michelle Euzethat die fachliche Leitung für den Kurs mit optionaler Zertifizierung als „Diversity & Inclusion Manager:in“ inne.

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Wolfgang Kaps-Engel (D)

Healthcare Deutschland GmbH: Geschäftsführer für Vertrieb und Business development

Mitarbeiter*innen: 300

Bereits als Geschäftsführer der Sanofi in Österreich waren ihm Themen wie Corporate Social Responsibility, Diversität und Frauen im Unternehmen immens wichtig, in seiner jetzigen Rolle als Geschäftsführer des größten deutschsprachigen Heimtherapie-Anbieters Healthcare Deutschland GmbH hat Wolfgang Kaps-Engel diese Themen mitgenommen. Er sagt: „Ich leite das Unternehmen zusammen mit meiner Co-Geschäftsführerin Anja Wittmann. Wir haben viele Frauen in Führungspositionen und eine davon sogar in Teilzeit.“ Dazu viele Nationalitäten an Bord und „ein selbstverantwortliches Arbeitszeitmodell.“

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Traude Kogoj (Ö)

ÖBB Holding AG: Leiterin Lösungscenter Inclusion & Diversity; Gleichstellungs- und Diversity-Beauftragte des ÖBB-Konzerns

Mitarbeiter*innen: 43.600

Das Lösungscenter Inclusion & Diversity beschäftigt sich mit der Schaffung eines Umfeldes, in dem Mitarbeiter:innen, unabhängig ihres Alters, ihrer Herkunft, ihres Geschlechts, ihrer sexuellen Orientierung, ihrer Religion, ihrer Kultur, ihrer Behinderung – respektiert und eingebunden werden. „Ergebnis: der ÖBB-Konzern liegt mit dem Gesamtergebnis im Inland über dem Durchschnitt von indexierten Unternehmen. Maßnahmen zur Frauenförderung pro Teilkonzerngesellschaft wurden abgeleitet.“

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Marcus Lueger (D)

Sanofi-Aventis Deutschland GmbH: CFO GSA und Geschäftsführer Finanzen

Mitarbeiter*innen: 8.200

„Der Unternehmenserfolg von Sanofi basiert maßgeblich auf unseren Mitarbeiter*innen und unserem Miteinander“, sagt der CFO GSA und Geschäftsführer Finanzen bei Sanofi-Aventis Deutschland GmbH. Das Managementziel: konzernweit einen 50-prozentigen Frauenanteil in der Führungsebene. Diese Vorgabe wurde in Österreich schon vor einiger Zeit erreicht, in Deutschland besteht auf der Ebene der Geschäftsführung ein Frauenanteil von 60 Prozent. 3 von 4 General Manager, die zuständig sind für die Business Units, sind Frauen.

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Dennis Lübcke (D)

Goldman Sachs Bank Europe SE: Leiter GS Asset Management in Deutschland/Österreich

Mitarbeiter*innen: 45.900 (global)

Die Zahlen sprechen für sich: Im Jahr 2022 waren 50 % der Studienabgänger, die bei Goldman Sachs als Analysten gestartet sind, Frauen. Bis zum Jahr 2025 sollen 40 Prozent der Positionen im mittleren Management mit Frauen besetzt sein, aktuell liegt der Anteil
bei 33 %. Dennis Lübcke: „Wir glauben, dass ein ausgewogenes Verhältnis von Geschlecht und kulturellem Hintergrund eine gesunde Balance unterschiedlicher Perspektiven erzeugt, die letzlich zu besseren Ergebnissen führt. Dabei geht es nicht nur um Gleichberechtigung, sondern auch um das Wachstum eines Unternehmens. In diesem Sinne fördern wir gezielt Diversität und freuen uns heute über eine starke Repräsentation insbesondere von Frauen auf allen Ebenen des Unternehmens.“

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Gerlinde Macho (Ö)

MP2 IT-Solutions: MP2-Unternehmensführung & VÖSI-Vizepräsidentin

Mitarbeiter*innen: 50

„Als Mitbegründer von WOMENinICT setzen wir uns aktiv für Chancengerechtigkeit und mehr Frauen in der IT-Welt ein. Bei einem derzeit nur 18-prozentigem Frauenanteil gibt es noch viel zu tun.“

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Sara Mari-Strasser (Ö)

Schrankerl GmbH: Co-CEO & Co-Founder

Mitarbeiter*innen: 28

Bei Schrankerl werden Frauen mit Hilfe des reichhaltigen Angebots von Workshops, Trainings und Mentoring Programmen vom Professional Women Network (PWN) unterstützt. „Die Initiative zur professionellen Unterstützung von Frauen zielt darauf ab, Frauen gezielt zu fördern und ihnen die notwendigen Ressourcen, Fähigkeiten und Chancen zur Verfügung zu stellen, um ihre beruflichen Ziele zu erreichen. Gleiche Bezahlung, hohe Flexibilität bei Arbeitszeiten und dass Positionen bei gleicher Qualifikation von Frauen besetzt werden ist bei uns Standard.“

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Gudrun Meierschitz (Ö)

ACREDIA Versicherung AG: Vorständin

Mitarbeiter*innen: 190

ACREDIA engagiert sich seit Jahren für die Gleichstellung der Geschlechter. „50 Prozent
der Führungskräfte sind Frauen, der Gesamtanteil von Frauen im Unternehmen beträgt sogar 56 Prozent.“

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Sabine Müller (D)

DHL Consulting & DHL Data and Analytics: CEO

Mitarbeiter*innen: 240

Diversity ist eine Managementpriorität, keine Aufgabe unter vielen für die CEO. „Um eine
wirklich vielfältige und inklusive Arbeitsumgebung zu schaffen, müssen wir Diversity behandeln wie jedes andere Geschäftsziel.“ Auf Social Media, insbesondere auf LinkedIn, sowie durch ihren Blog „Sabinext“ bietet sie Einblicke in die Themen, die ihr besonders
wichtig sind. Die DHL Consulting ist eine unabhängige, strategischen Supply-Chain- und Managementberatung innerhalb der DHL Group mit einem mit einem globalen Team von über 140 Berater*innen. Seit Februar 2023 leitet Sabine Müller auch eine neue Geschäftseinheit, die sich ausschließlich den Dienstleistungen im Bereich Data und Analytics widmet (100 Datenwissenschaftler*innen).

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Debora Murseli (D)

SAP Deutschland: Diversity & Inclusion Lead Germany

Mitarbeiter*innen: 25.000

Debora Murseli geht die Diversity & Inclusion an – und treibt neue Wege in Sachen Vereinbarkeit mit voran: „Mit der Einführung der bezahlten Partnerzeit für sechs Wochen bei SAP haben wir ein starkes Zeichen gesetzt für Vereinbarkeit und die systemische Betrachtung von Carearbeit. Indem alle Partner*innen mehr Elternzeit nehmen können, wird außerdem das Risiko einer beruflichen Auszeit durch Familiengründung geschlechtsneutral.”

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Julia Pfneißl-Mauritz (Ö)

FUTURE LINK: Founder & Managing Director

Mitarbeiter*innen: 2

„Mit unserem Female Leader Circle laden wir 130 weibliche Führungskräfte funktions- und branchenübergreifend ein, um sich zu ihren Business Themen auszutauschen, voneinander zu lernen, Synergien zu nutzen und Geschäfte miteinander zu machen.“

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Lena Pieper & Anika Schmidt (D)

Free Mom GmbH: Gründerin und CEO

Mitarbeiter*innen: 3

Bekannt wurden die beiden Frauen im Herbst durch die TV-Show „Die Höhle der Löwen“ – gegründet wurde das Unternehmen im Juni 2023. Lena Pieper und Anika Schmidt sehen das große und ungenutzte Potential von Müttern und wollen diese am Arbeitsmarkt als Freelancerinnen vermitteln.

2500 Frauen befinden sich auf der Plattform www.freemom.de. Auf die Idee, FreeMom zu gründen, weil Lena Pieper nach ihrer Elternzeit merkte, wieder schwer es ist, wieder in den Beruf einzusteigen – auf einem Niveau, das ihrer Ausbildung gerecht wird. Heute bieten sie und Anika Schmidt eine Lösung und sagen: “Vielfalt, Flexibilität und Female – so muss die Arbeitswelt von morgen aussehen.”

 

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Mariella Müller (Ö)

Fachhochschule Technikum Wien: Leitung Equality Management

Mitarbeiter*innen: 400

Das High Potential Programm adressiert die berufliche Weiterentwicklung von Mitarbeiterinnen. Das Lunch Format unterstützt die Vernetzung von weiblichen Führungskräften.

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Petra Pieber (Ö)

Energie Steiermark AG: Leiterin Personalentwicklung

Mitarbeiter*innen: 1.700

„Aus dem Programm ,zukunftsinitiativ.E.frauen‘ entstand das E-Frauen-Netzwerk der Energie Steiermark, gegründet von Absolventinnen des Programms. Es fördert die Karrieren von Frauen und sorgt für eine bessere Vernetzung unter Kolleginnen.“

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Peter Schröckelsberger (Ö)

Bosch-Gruppe Österreich: Personalleiter Bosch Österreich

Mitarbeiter*innen: 3.100

„Bei Bosch sprechen wir über „Vielfalt, Chancengerechtigkeit und Teilhabe“. Nur wenn wir an allen drei Bausteinen von DEI arbeiten, können die Vorteile von Vielfalt ihre volle Wirkung entfalten.“

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Sandra Straka (Ö)

Goldman Sachs Bank Europe SE: Leiterin GS Asset Management in Deutschland/Österreich

Mitarbeiter*innen: 45 900 (global)

Die Zahlen sprechen für sich: Im Jahr 2022 waren 50 % der Studienabgänger, die bei Goldman Sachs als Analysten gestartet sind, Frauen. Bis zum Jahr 2025 sollen 40 Prozent der Positionen im mittleren Management mit Frauen besetzt sein, aktuell liegt der Anteil bei 33 %. Dennis Lübcke: „Wir glauben, dass ein ausgewogenes Verhältnis von Geschlecht und kulturellem Hintergrund eine gesunde Balance unterschiedlicher Perspektiven erzeugt, die letzlich zu besseren Ergebnissen führt. Dabei geht es nicht nur um Gleichberechtigung, sondern auch um das Wachstum eines Unternehmens. In diesem Sinne fördern wir gezielt Diversität und freuen uns heute über eine starke Repräsentation insbesondere von Frauen auf allen Ebenen des Unternehmens.“

LinkedIn Profil von Sandra Straka

Michaela Weiss (Ö)

Pro Medico: Leitung Human Resources

Mitarbeiter*innen: 140

„Neben einem eigenen Onboarding-Konzept ist New Work bereits fest in unserer Unternehmenskultur verankert. Wir leben Chancengleichheit und bieten jedem die gleichen Voraussetzungen.“

LinkedIn Profil von Michaela Weiss

Weiterlesen: Voices 4 Diversity 24: Frauen – Teil 1

 

Voices 4 Diversity 2024: Frauen – Teil 1

Stefanie Ahammer

Visa Österreich: Country Managerin

Mitarbeiter*innen: k. A.

„Female Empowerment ist bei Visa gelebte Realität: Unser Anteil an weiblichen Mitarbeitern bei unserem Team in Österreich liegt mittlerweile bei über 50 Prozent.“

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Mirsad Aljusevic

Erste Group Bank AG: Diversitätsbeauftragter

Mitarbeiter*innen: 45.000

Jede dritte Frau in Österreich erfährt körperliche oder psychische Gewalt. „Gewalt tritt in unterschiedlicher Form auf und beginnt neben Schlägen schon bereits bei Demütigung, Lächerlichmachen, Beleidigung und geht weiter bis hin zu sexualisierter Gewalt. Jährlich erarbeitet die Erste Group im Rahmen der weltweiten Initiative ,Orange the World‘ ein Konzept, um zum Thema ,Gewalt an Frauen‘ zu sensibilisieren und ein Zeichen für eine Gesellschaft zu setzen, in der Gewalt an Frauen nicht toleriert wird.”

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Silvia Angelo

ÖBB-Infrastruktur AG: Vorständin

Mitarbeiter*innen: 18.374

Silvia Angelo setzt sich bereits seit Jahren mit einem vielfältigen Maßnahmenpaket dafür ein mehr Mädchen und Frauen, speziell für technische und digitale Jobs, ins Unternehmen zu holen. Die Kampagne #joboffenSIEve ist Teil dieser Bestrebungen. „Als eines der Kampagnenhighlights machte der Female Power Walk den heurigen Internationalen Frauentag für die ÖBB unvergesslich. Auf der Suche nach neuen Kolleginnen marschierten über 160 Mitarbeiterinnen mit „Wanted-Schildern“ und Trillerpfeifen, begleitet von Trommlerinnen der Gruppe SambAttac, vom Schweizerhaus bis zum Praterstern.“

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Natalie Atzenberger

STRABAG: Koordinatorin EDI (Equality-Diversity-Inclusion) in der People and Culture Development-Abteilung

Mitarbeiter*innen: 11.600

„In der EDI-Strategie haben wir verbindliche Ziele im Bereich Frauenanteil im Management
(+6 % jährlich), 0 Gender Pay Gap und Sensibilisierung des Managements zur Thematik gesteckt.“

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Bettina Augeneder

Coca-Cola HBC Österreich: People & Culture Director

Mitarbeiter*innen: 800

Im Bereich Gender Diversity ist man bei Coca-Cola HBC Österreich stolz auf Erfolge: „Zum
Beispiel, dass unser Senior Leadership Team zu 50 % weiblich besetzt ist, wir Karenzprozesse verbessert haben und viel Flexibilität anbieten.“

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Michael Berger

PALFINGER AG: Vice President Global HR

Mitarbeiter*innen: über 2.800

„Verstärkte Initiativen setzen wir bei Demographie und Internationalisierung. Weiters fokussieren wir uns auf den Bereich Geschlechtergleichstellung.“

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Stefan Bergsmann

Horváth: CEO Österreich

Mitarbeiter*innen: 50

Mit dem Female Empowerment Program und externen Partnerschaften wird Gender Equality vorangetrieben. Gleiche Beförderungsquoten und „no Gender Pay Gap“ gibt es bereits seit mehreren Jahren.

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Julia Bernhardt

SOLAR PLEXUS – Sozietät der Gestalter:innen der Gesundheitszukunft: Vorstandsvorsitzende

Mitarbeiter*innen: 10

Wir haben gelernt, dass großes Interesse und Bedarf an einer Initiative wie Solar
Plexus besteht – und zwar sowohl seitens im Gesundheitswesen tätiger Menschen als auch Unternehmen. Die Zahlen zeigen deutlich, dass female Empowerment, Diversität, Chancengerechtigkeit, Inklusion und Patient:innenzentrierung, welche bei Solar Plexus im Zentrum stehen, im Gesundheitsweisen noch deutliches Verbesserungspotential haben. Wir sind stolz darauf, dass wir in nur etwas mehr als einem Jahr so viele einzigartige Menschen und Organisationen, die unseren Purpose teilen, als Teil von Solar Plexus gewinnen konnten.

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Esther Brandner-Richter

CMS Reich-Rohrwig Hainz: Head of Human Resources

Mitarbeiter:innen (Ö und CEE): 360

„Ziel unserer Ladies League ist es, Frauen unserer Kanzlei zu unterstützen, ihr volles
Potenzial auszuschöpfen, unabhängig davon, ob sie eine Karriere anstreben oder nur Freude an ihrer Arbeit haben, ohne einen weiteren Karriereschritt anzustreben.“

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Francine Brogyányi

DORDA Rechtsanwälte GmbH: Managing Partner; Leiterin women@DORDA

Mitarbeiter:innen: 170

„Im Rahmen der Leadership Academy für Frauen bei DORDA bieten wir Rechtsanwältinnen, die Möglichkeit, sich die Fähigkeiten anzueignen bzw. zu verstärken, die erforderlich sind, um Partnerin zu werden.“

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Maartje van Tongeren

ALD Automotive I LeasePlan: Country Managing Director

Mitarbeiter:innen: 260

„Karriere hat kein Geschlecht. Bei ALD Automotive | LeasePlan haben alle Mitarbeitenden die gleichen Karrierechancen. Wir sind stolz auf unsere vielen weiblichen Führungskräfte, denn Vielfalt macht uns erfolgreicher!“

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Patricia Cosic

Zühlke Engineering: Talent Relation & Recruiting Specialist

Mitarbeiter:innen: 110

„Women@ Zühlke Austria Brown Bag Lunch ist eine Plattform für alle Frauen bei Zühlke, um sich zu treffen, Ideen und Herausforderungen rund um Frauen am Arbeitsplatz auszutauschen und sich gegenseitig zu unterstützen. Das Ziel: „Ideen und Herausforderungen rund um Frauen am Arbeitsplatz auszutauschen und sich gegenseitig zu unterstützen, zu brainstormen und zu initiieren, wie man Frauen in der Tech-Branche anziehen und binden kann.“

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Claudia Eder

ASFINAG Maut Service GmbH: CEO

Mitarbeiter:innen: 3.104

„Wir setzen im Performance Management auf KPIs, die für alle Führungskräfte im Unternehmen wirksame Wegweiser sind, um mehr Frauen ins Unternehmen zu holen – vor allem für den betrieblichen, technischen Bereich.“

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Martina Ernst

SalaryNegotiations. Fair & Equal Pay: CEO

Mitarbeiter:innen: 5

Durch die Verknüpfung unseres app-basierten Assessments von PAY-Prozessen (vergütungsrelevante Prozesse) und Beyond Pay-Prozessen (Kultur & Leadership relevante Prozesse) entlang der Employee Journey können wir belegen, wie sehr wahrgenommene Vergütung von Kultur & Leadership des Unternehmens abhängt. Aus unseren Projekten wissen wir, dass nur 40 Prozent der nötigen Maßnahmen sich direkt auf vergütungsrelevante Prozesse beziehen, 60 Prozent betreffen Kultur & Leadership.

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Stefan Grafenhorst

Greiner AG: Vice President People & Sustainability

Mitarbeiter:innen: 2.500

„Unsere Vision lautet „Chancengleichheit für alle“. Im Bereich Gender Equity gilt es zum
Beispiel, bis 2030 mindestens 40 Prozent aller Führungspositionen mit Frauen zu besetzen. Neben diesem Ziel haben wir aber auch viele andere Dimensionen von Diversität im Blick.“

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Helene Gressenbauer-Rösner

UN Women Austria, Verein österreichisches Nationalkomitee für UN Women.: Präsidentin

Mitarbeiter:innen: 15

Forderung nach Chancengleichheit für Frauen. Gender Pay Gap, ungleiche Verteilung der Care Arbeit, mangelnde Kinderbetreuung, zu wenige Frauen im gutgezahlten und zukunftsweisenden MINT und ICT-Bereich.

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Martina Hamedinger

FACC AG: VP HR

Mitarbeiter:innen: 3.000

„FACC hat sich das Ziel gesetzt, u. a. das Potential der Frauen im Unternehmen gezielt zu nutzen. Auf Eigeninitiative von Mitarbeiter:innen wird das Frauennetzwerk FACC Wings for Women in Zukunft die Perspektiven von Frauen im Unternehmen sichtbarer machen.“

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Romana Hammer

Erste Asset Management: Interimistische Leiter HR Erste Asset Management

Mitarbeiter:innen: folgt noch

Es werden gezielte Maßnahmen ergriffen, wie die direkte Ansprache in Stellenanzeigen und die Einbeziehung bestehender Mitarbeiterinnen in den Recruiting-Prozess, um eine weibliche Perspektive zu berücksichtigen und etwaige Vorurteile zu vermeiden.

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Robert Kaup

Tietoevry Austria: Managing Director

Mitarbeiter:innen: 280

„Wir bei Tietoevry Austria haben eine interne Workforce gebildet, die den Auftrag hat, das
Thema Diversität im eigenen Unternehmen und innerhalb der Belegschaft voranzutreiben. Diese Workforce trägt den Namen “JEDI” – das ist die Zusammensetzung der Begriffe „Justice“ (Gerechtigkeit), „Equity“ (Fairness), „Diversity“ (Vielfalt) und „Inclusion“ (Einbindung). Unsere Vision: gleiche Rechte und Möglichkeiten für alle Mitarbeiter:innen und potenzielle Mitarbeiter:innen von Tietoevry Austria zu schaffen.“

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Ulrike Kittinger

PL Handelsgesellschaft mbH (PAGRO DISKONT & LIBRO): Geschäftsführerin

Mitarbeiter:innen: 2.000

„Bei uns sind die Führungskräfte im Vertrieb und in der Zentrale zu ca. 60 Prozent weiblich. Und was mich besonders freut auch in der Geschäftsführung sind 2/3 Frauen.“

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Weiterlesen: Voices 4 Diversity 2024: Frauen – Teil 2